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Diese Woche: Das Internet und die Qualität seiner Dinge

07.03.2016 – mertes_brille_08_2014_150Von VWheute-Chefredakteur Heinz Klaus Mertes. Imposant das Panorama, das vergangene Woche auf dem Stuttgarter Versicherungstag vor rund 300 Teilnehmern – überwiegend Mittler am Markt der Versicherung – ausgebreitet wurde. Schier zahllose geschäftliche Wege und Chancen, sich dem Kunden zu nähern: Vernetzungen, Apps, Interaktionen – tag und lebensbegleitend. Das Internet der Dinge feiert Triumphe. Und die Qualität der Produkte? Steigende Lebensqualität? Diese Woche bietet Signale: Die Versicherer werden wach, hier methodischer vorzugehen.

“Qualität ist die Übereinstimmung zwischen Vorhaben und Ausführung”, lautet eine klassische Definition systematischer, methodischer Qualitätssicherung. In Industrie und Handel ist über Jahrzehnte der Kreislauf zwischen Qualitätszielen und – normen, Qualitätssteuerung und ganz zum Schluss der Qualitätskontrolle zum Wettbewerbsasset perfektioniert worden. Doch was ist Versicherungsqualität? Sie entzieht sich weithin einer integrierten Betrachtung, die mehr Ordnung und Vergleichbarkeit in die digital überbordende Produktewelt bringen würde. Jetzt kommt die Entwicklung in Gang, worauf gleich mehrere Branchenforen diese Woche hinweisen (siehe DOSSIER).

Das ist auch notwendig, wie zum Beispiel überdeutlich dringlich notwendige Qualitätssteigerungen im Gesundheitswesen verdeutlichen. Ganz Deutschland werde digital, aber “eine Branche leiste hinhaltend und erfolgreich Widerstand” attackiert die SZ vom Wochenende in einem ganzseitigen Report die Gesundheitsindustrie, zu der nun einmal auch die beiden Systeme der Krankenversicherung gehören (siehe SCHLAGZEILEN). Immerhin die PKV ist aufgebrochenen, unter der Marke “E-Health” die beiden Ziele Qualitäts- und Produktivitätsfortschritt miteinander zu verbinden. Denn, so die Erkenntnis der Qualitätsstrategen: stringente Qualitätssicherung kommt billiger als Nicht-Perfektion.

Das gilt im digitalen Produkte-Panorama auch der Schadensversicherung mehr denn je. Wo wichtige Assistance-Leistungen weithin noch als “Annex-Versicherungen”, sprich Anhängsel rangieren, verweigert man sich noch den Möglichkeiten des digitalen Marktes. Und zwar als Sünde gegenüber der über alles propagierten Kundenorientierung.

Die Versicherer selbst unter Zukunftsdruck sollten dazu übergehen, nicht nur Zuversicht, sondern Zukunftsfreude auszustrahlen. Dass das Vertrauen in die Technik steigt, dokumentiert eine Studie im Vorfeld der kommenden Cebit 2016, auf der die Medizin- und Krankenhaustechnik aufschlussreiche neue Entwicklungsstufen zeigen wird. So würde sich schon jeder Dritte von einem Roboter operieren lassen (siehe MÄRKTE). Noch nicht erschlossen solche technischen Fortschritte auch im Pflegebereich.

Digitalisierung ist kein seelenloses “Internet der Dinge”, sondern auch die Perspektive auf mehr Komfort bei individuell zugeschnittenen Techniken, Produkten und Dienstleistungen zu günstigen Preisen. Also letztlich die Perspektive auf mehr Lebensqualität.

Sofern der Wille und das Können für integrierte Qualitätssicherung dahinter stehen. Deshalb noch eine Definition: “Qualität ist das Anständige” (Theodor Heuss). Nur muss das praktiziert und kommuniziert werden. Regulierungen von oben leisten das alleine nicht.

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Die politische Woche: Flüchtlinge und Gesundheit im Fokus
Die politische Woche wird in diesen Tagen neben der omnipräsenten Flüchtlingsproblematik von den Themen Gesundheit und Pflege das Geschehen in den kommenden Tagen. Bereits heute geht es beim EU-Sondergipfel in Brüssel um nichts anderes als die Zukunft der Europäischen Union. Am Sonntag bilden die Landtagswahlen dann einen wichtigen Stimmungstest für den Kurs der Kanzlerin.

Blick auf die Börse: Banger Blick auf die Mario-Show
Die Europäische Zentralbank (EZB) steht diese Woche erneut im Fokus der Anleger auf dem Frankfurter Börsenparkett. Am Donnerstag wird EZB-Präsident Mario Draghi Antwort darauf geben, wie stark die Notenbank ihre Geldpolitik weiter lockern wird. Gleichzeitig läuft die Berichtssaison auf Hochtouren, während aus den USA neue Konjunkturdaten erwartet werden.

W&W AG wird in den SDax aufgenommen
Die Wüstenrot & Württembergische AG (W&W AG) wird mit Wirkung zum 21. März 2016 von der Deutschen Börse AG in den SDax aufgenommen. Demnach werde das Unternehmen nach eigenen Angaben mit einer Marktkapitalisierung des Streubesitzes von rund 360 Mio. Euro und einem monatlichen Orderbuchumsatz von über 26 Mio. Euro zu den großen Werten im SDax aufschließen.

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