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Die Pfade von gestern

19.08.2014 – mertes_brille_08_2014_150Von Heinz Klaus Mertes. Seit Bildung der Großen Koalition, die sich in ihrem Manifest zum dualen System im deutschen Gesundheitswesen bekannte, ist es ruhig geworden um den politisch immer wieder aufgeheizten Systemkonflikt zwischen gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen. Doch ein Krankenkassen-Chef stört immer wieder einmal im Kurkonzert, indem er zu gerne die Melodie von der absterbenden privaten Konkurrenz spielt.

BaasFür den Chef der Techniker Krankenkasse (TK) Jens Baas hat die private Krankenversicherung (PKV) wegen drohender Überalterung keine Zukunft. Listiger Ausweg: Die PKV-Versicherten sollten schon heute dauerhaft das Recht bekommen, in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zurückzukehren, sagte Baas der Berliner Zeitung (siehe Tagesreport, 18.08.2014). Der Mann ist seine 288.000 Euro Jahresgehalt wert, wie bei der gleichen Interview-Gelegenheit zur Sprache kam.

Denn Baas, mit der größten Mitgliederzahl aller gesetzlichen im Kreuz, hat seit seinem Amtsantritt mit medialem Sperrfeuer mitunter vergessen lassen, dass Richtungsaussagen eigentlich Sache der Vorstandsvorsitzenden des GKV-Spitzenverbandes Doris Pfeiffer sind.

Beim PKV-Verband in Berlin lässt man die Systemattacken des TK-Chefs abtropfen, indem man lakonisch auf die rund 10 Milliarden Alterungsrückstellungen hinweist, die auf GKV-Seite kein Gegenstück ähnlicher Demografievorsorge fänden. Dass gesetzliche Krankenkassen und private Krankenversicherungen inzwischen zu einem funktionalen System umfassender Gesundheitsversorgung in Wettbewerb und Kooperation zusammengewachsen sind, bestreitet heute keine relevante politische Richtung mehr.

So geht es um Optimierung des dualen Miteinanders, was genug an Herausforderungen in sich trägt, wie  ein Diskurs zwischen PKV-Verbandsgeschäftsführer Volker Leienbach und DAK-Chef Herbert Rebscher in dem VW-Special VALUE zum Thema Gesundheit dokumentiert (siehe POLITICS). Aktuell zu kämpfen haben die Gesetzlichen derzeit mit der neuen „Richtlinie für Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen“ des Bundesversicherungsamtes (siehe POLITICS), die u.a. auf Vergütungsminderungen auf den Chefebenen zielt.

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