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Was die IDD bringt, erweist sich erst bei der Umsetzung

02.07.2015 – BaltzerVon Christoph Baltzer. Das von vielen befürchtete Provisionsverbot ist in der am Dienstag verabschiedeten Insurance Distribution Directive (IDD) nicht gekommen. Dennoch wird es für Makler schwieriger werden, weiter konsequent auf Courtagevergütung zu setzen. Wie Verbraucherschutz konkret ausgestaltet wird, hängt von der EU-Kommission und der Bundesregierung ab.

Hartnäckig haben die Makler für die Beibehaltung der Courtagevergütung gekämpft. Ohne Courtage wird der kleine Mann von Maklern kaum kostendeckend beraten werden, argumentieren sie. Mit der neuen IDD bleibt die Courtage erhalten, doch die Spielräume werden enger. Der Rat der EU-Mitgliedsstaaten, das Europaparlament und die EU-Kommission haben sich im Trilog-Verfahren darauf geeinigt, dass Vermittler weiterhin Provisionen erhalten dürfen, sofern sie keinen negativen Einfluss auf die Beratung haben (siehe POLITICS).

Das klingt zunächst nach einer butterweichen Formulierung. Sie könnte aber dazu führen, dass Makler in Zukunft dazu gezwungen sind, auch Direktversicherungen oder Nettotarife anzubieten. Die konkrete Ausgestaltung dieser Regelung hat man bewusst der EU-Kommission überlassen. Dafür zuständig ist der britische EU-Kommissar Jonathan Hill (Tories). Zum Amtsantritt hatte Hill verkündet, dass er die Überregulierung der Ära Barnier zurückdrehen will. Es ist also zu erwarten, dass die Konkretisierung die Versicherungswirtschaft nicht vor den Kopf stoßen wird (siehe DOSSIER).

Einem Verhandlungsmarathon ist es zu verdanken, dass Fondspolicen nicht so streng reguliert werden, wie Produkte, die von der Markets in Financial Instruments Directive (Mifid II) betroffen sind. Die Branche mag sich darüber freuen, dass sie bei diesen Produkten weiterhin recht frei agieren kann. Mit dieser Freiheit sollten Vermittler verantwortungsvoll umgehen (siehe VERTRIEB). Fondspolicen sind als Produkt gar nicht so schlecht, doch sie müssen anständig beraten werden. Mit der lapidaren drei-sechs-neun-Prozent-Rendite-Berechnung vor Vertragsabschluss ist dem Misstrauen der Kunden nicht zu begegnen. (ba)

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