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Die digitale Notrufsäule

17.03.2016 – unfallstecker_gdvLange Zeit dienten die orangefarbenen Notrufsäulen dem bewährten Autofahrer als verlässlicher Helfer im Falle einer Panne oder anderen Notsituation. Daran hat auch die große Verbreitung von Mobiltelefonen nichts geändert. Allein 2015 wurden drei Viertel aller Notrufsäulen mindestens einmal von einem Autofahrer genutzt. Nun bekommt die Notrufsäule eine neue Konkurrenz durch das automatische Notrufsystem der Versicherer.

Kernstück des Notrufsystems ist ein Stecker für die Zwölf-Volt-Buchse (“Zigarettenanzünder”) im Auto. Die Funktionsweise scheint relativ einfach: Bewegungssensoren im Stecker sollen eine Kollision sowie die Stärke eines Aufpralls erkennen. Im Falle eines Unfalls soll der Stecker diese Informationen an eine Unfallmelde-App auf das Smartphone des Fahrers senden. Diese meldet dann den Unfall, die aktuelle Position sowie Fahrtrichtung an eine Notrufzentrale. Bei einem schweren Unfall leitet die Notrufzentrale dann sofortige Rettungsmaßnahmen ein. Die ersten Kfz-Versicherer wie die Axa oder R+V wollen ihren Kunden einen entsprechenden Baustein im Rahmen ihres Kfz-Schutzbriefes anbieten (siehe POLITICS).

Den Datenschutz wollen die Versicherer dabei besonders groß schreiben: “Solange die Fahrt ohne Zwischenfälle verläuft, werden überhaupt gar keine Daten an die Notrufzentrale gesendet. Nur bei einem Notruf erfolgt eine Datenübermittlung – und dann werden auch nur die Daten übermittelt, die für die Erbringung der Hilfeleistung unbedingt erforderlich sind. Also kann der Versicherer weder Bewegungsprofile aufzeichnen noch Rückschlüsse auf das Fahrverhalten ziehen”, betont Jens Bartenwerfer von der Notrufzentrale der Autoversicherer. Zudem zeichne sich der neue Dienst “durch größtmögliche Datensparsamkeit aus”, ergänzt Klaus-Jürgen Heitmann, Vorsitzender des Lenkungsausschusses für den Unfallmeldedienst, im Exklusv-Interview mit VWheute (siehe DOSSIER). Auch für Telematiktarife soll das Notrufsystem nicht genutzt werden können, betonen die Versicherer.

Dennoch werden die alten orangefarbenen Notrufsäulen ihren Platz an den deutschen Autobahnen weiter behalten. Denn verpflichtend ist das neue digitale Notrufsystem bislang noch nicht. Eines kann der neue Stecker nämlich nicht: Staus und Baustellen, akute Gefährdungen wie Falschfahrer, Radfahrer auf der Autobahn oder Unfälle Dritter melden. (td)

Bildquelle: GDV

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Niedrigzinsen machen Garantien teurer
Garantien in der Altersvorsorge kosten Geld, aber wie viel? Im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) haben Wissenschaftler einmal ausgerechnet, wie weit das gesunkene Zinsniveau in den vergangenen 15 Jahren die Garantiezusagen verteuert haben. Den Menschen sei dies nicht klar, weil Preisschilder fehlten, sagte Professor Olav Stotz von der Frankfurt School of Finance & Management auf der DIA-Pressekonferenz.

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