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Diese Woche: Deregulierung war ein historischer Irrtum

22.09.2014 – BaltzerVon Redakteur Christoph Baltzer.

Verbraucherschützer, die ihren Namen verdienen, sollen bellen und beißen können, forderte Gerd Billen. Der Staatsekretär Verbraucherschutz baut weiter an der neuen Architektur des Verbraucherschutzes.

Kundenorientierung ist eines der beliebtesten Schlagwörter in der Versicherungsbranche. In der Realität sind die Versicherungshäuser mental oft meilenweit von ihren Kunden entfernt. Den Verbraucher in den Mittelpunkt der Politik zu stellen, darauf haben sich CDU und SPD geeinigt. Sie machen Nägel mit Köpfen. Zu diesen Köpfen zählt Dorothea Mohn, die dem neu geschaffenen Verbraucherbeirat der Bafin vorsitzt. „Wir haben in unseren Schulen nicht einmal ein Fach Wirtschaft“, hatte sie gegenüber der Süddeutschen Zeitung einmal gesagt. „Gleichzeitig wird den Bürgern gesagt, sie müssen sich privat mehr um ihre Altersvorsorge kümmern, weil die staatliche Rente nicht ausreicht. Da passen Anspruch und Wirklichkeit nicht zusammen.“

Mit der neuen Architektur für den Verbraucherschutz (siehe DOSSIER) wappnet die Regierung ihre Bürger gegen den Finanzmarkt und die digitale Welt. Das eine wie das andere kann die Versicherer betreffen. Verbraucherschützern haben CDU und SPD eine Wächterfunktion erteilt. Gehört hat man von diesen Wächtern bislang noch nicht viel. In der Praxis wird der Titel den Ratschlägen der Verbraucherschützer institutionelles Gewicht geben. „Der so gern bemühte mündige Verbraucher, der auf Augenhöhe mit den Anbietern agiert, ist bei so komplexen Themen wie Finanzdienstleistungen eine Fiktion“, glaubt Mohn.

Jetzt werden die Meinungen der Verbraucherschützer zu den Märkten und ihren Produkten institutionell privilegiert. Die vor zwanzig Jahren eingeführte Deregulierung wird auf diese Weise wieder zurückgenommen – ausführlich darüber in Versicherungswirtschaft 7/2014. Für die Versicherer ist das nicht schlecht. Denn erst, wenn das Vertrauen in die Produkte wieder zurückkehrt, zieht auch das Neugeschäft wieder an.

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