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Die Deckelung nimmt ihren Lauf

21.08.2013 – gdv-7676Wie eine Bombe mit Zeitverzögerung, aber aus nicht ganz heiterem Himmel, schlug ein Rundbrief des GDV ein, der am 28. Juni an die Mitgliedsunternehmen hinausging und jetzt den Medien zugespielt wurde. Thema: Neuregelung der Provisionssysteme, und zwar mit einer bahnbrechenden Tendenz.

Der GDV-Vorstoß soll eine branchenweite Willensbildung in Gang setzen, wie man den Druck von Politik, Markt und Öffentlichkeit auffangen kann, an dessen Ende unter Umständen ein völliges Provisionsverbot wie etwa in Großbritannien stehen könnte. Stattdessen will man der Politik nach der Bundestagswahl – gleich welcher Provenienz – „Varianten“ und „Höchstgrenzen“ für eine „Regulierung der Kosten in der Produktkalkulation und Vergütung des Vertriebs“ anbieten. Nachdem der GDV-Vorstoß an die Öffentlichkeit geriet, so konstatiert kühl ein Makler, „ist die Zahncreme nicht mehr in die Tube zurückzudrücken“. Im GDV aber spricht man noch von einer Willensbildung mit offenem Ergebnis. Allerdings sind in der gesetzten und ungewöhnlich knappen Frist bis zum 31. Juli wohl noch kaum substanzielle Rückmeldungen der Unternehmen eingegangen. Gefragt war unter anderem „eine Meinungsbildung, in welcher Höhe / welchen Ausprägungen die Parameter […] Höhe der einzurechnenden Abschlusskosten, Höhe der Provisionen […] dem Gesetzgeber vorgeschlagen werden sollen“.
Eine Umfrage von VWheute zeigte äußerst zurückhaltende Reaktionen auf das GDV-Rundschreiben. Die Allianz Deutschland verweist auf den gerade erst begonnenen „verbandsinternen Diskussionsprozess“, lässt aber immerhin die Aspekte und Motive erkennen, die zu dem dringlichen im GDV-Hauptausschuss abgestimmten Vorstoß führten: „.Anhaltend niedrige Zinsen, Anregungen seitens Verbraucherschutz und Politik“. Die Gothaer lässt verlauten, dass „der Vorstand noch keine Gelegenheit hatte, sich eine Meinung zu bilden“. Ohne Ergebnis blieben die Anfragen an die R+V Versicherung und die Vertriebsgruppe DVAG. Gelassen gibt sich die HUK Coburg mit ihren angestellten haupt- und nebenamtlichen Vermittlern. „Auf Grund der bereits heute sehr niedrigen Abschlusskosten sehen wir keinen Handlungsbedarf wegen der geplanten Provisionsdeckelung.“

Eine vergleichbare Kommentierung, aber ausführlicher, übermittelte vw-heute die Debeka, die ebenfalls über einen angestellten Außendienst verfügt. Sie steht dem GDV-Vorstoß grundsätzlich positiv gegenüber: „Unsere Provisionssätze liegen schon heute unter den diskutierten Höchstsätzen.“ Die Debeka verweist darauf, dass in ihrem Haus schon seit längerem eine Flexibilisierung der Provisionsregelung angestoßen sei und kündigt weitere Reformschritte an, mit denen „flexibler als bisher“ an geänderte Lebensbiographien und Lebensumstände unserer Mitglieder“ reagiert werde. Dies erfordere auch neue Überlegungen zu den Provisionsgrundsätzen.

Verständlicherweise lässt der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) seiner Empörung freien medialen Lauf:“ „Nach der Provisionsdeckelung in der PKV letztes Jahr ist das ein weiterer Sündenfall der Versicherer, gegen den wir mit aller Macht kämpfen werden“, kritisiert Vorsitzender Michael H. Heinz den ins Rollen gebrachten Zug. Indes „gegen die schwindenden Margen“, so ein Mitglied des GDV-Hauptausschusses, „hilft bloße Empörung nicht“.

Daraus klingt die Entschlossenheit, den in der Branche sicherlich aufbrechenden Dissens auszutragen und die Vergütungsreform durchzuziehen. Die kommende GDV-Jahrestagung, Mitte November kurz nach der Bildung der neuen Berliner Regierungs- und Koalitionsverhältnisse, dürfte das zeitliche Zielband für ein geschlossenes Reformkonzept bilden.

Ein ausführliches Statement gab auf gestrige Anfrage die Generali Deutschland Gruppe ab, und zwar wie ausdrücklich betont wird, für alle Lebensversicherungs-Unternehmen des Konzerns.

Link: Statement in DABEI

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