Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Deutschland fährt auf Verschleiß

04.08.2016 – Autoverkehr_Rainer Sturm_pixelioMarode Brücken gespickt mit riesigen Schlaglöchern – Deutschlands Straßen sind seit Jahren in einem jämmerlichen Zustand. Die Mobilität leidet unter Verschleiß. Mit dem neuen Bundesverkehrswegeplan will die Bundesregierung bis 2030 knapp 270 Mrd. Euro in die Verkehrsinfrastruktur stecken. Der Löwenanteil soll dabei in den Erhalt der Straßen gehen.

Gemäß dem Grundsatz “Erhalt vor Neubau” soll knapp die Hälfte der vorgesehenen Mittel in den Erhalt der Straßen gehen, so der Plan der Bundesregierung. Knapp 42 Prozent sind zudem für die Schiene und knapp neun Prozent für die Wasserwege vorgesehen. Insgesamt sind laut Kabinett mehr als 1.000 Projekte vorgesehen (siehe POLITICS). Inwieweit nun auch die Versicherer dabei auf ihre Kosten kommen, ist noch offen – kritisierte GDV-Präsident Alexander Erdland vor nicht allzu langer Zeit die “leere Pipeline” bei den Infrastrukturprojekten.

Dennoch sieht der Branchenverband den Verkehrswegeplan positiv: “Aus Sicht der Versicherungswirtschaft ist eine vorausschauende Planung des Infrastrukturausbaus mit klarer Prioritätensetzung zu begrüßen. Die deutschen Versicherer stehen grundsätzlich bereit, den Ausbau der Infrastruktur im Rahmen von ÖPP durch privates Kapital zu unterstützen. Dabei sollte ein fairer Vergleich der Wirtschaftlichkeit von ÖPP und konventioneller Beschaffung helfen, die gesamtwirtschaftlichen Effizienzvorteile von privaten Investitionen in Infrastruktur zu identifizieren”, betont der GDV auf Anfrage von VWheute.

Erwartungsgemäß sorgt die Milliardenliste des Verkehrsministeriums natürlich auch für Kritik. Ein Knackpunkt ist beispielsweise der Ausbau der Schienenverkehrs. Diesen hält vor allem das Bundesumweltministerium für entscheidend, um den Verkehrssektor treibhausgasneutral zu halten. Eine weitere Forderung seitens des Umweltbundesamtes: die Elektrifizierung der Autobahnen. “Falls es gelingt, nur 4.000 der 13.000 Autobahnkilometer zu elektrifizieren, könnte man sogar 60 Prozent der Fahrleistung elektrisch abwickeln”, forderte unlängst Amtschefin Maria Krautzberger. Ein durchaus nicht unschlüssiger Gedankengang angesichts der Endlichkeit fossiler Brennstoffe (siehe DOSSIER).

Die Ökonomen sehen jedenfalls dringenden Handlungsbedarf. So kam eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts (RWI) unlängst zu dem Schluss, dass die Investitionstätigkeit in Deutschland in den letzten vier Jahrzehnten sinke – korrespondierend mit dem Anstieg der älteren Bevölkerung. “Eine alternde Wählerschaft führt zu weniger Investitionen”, behaupten die Studienautoren. Angesichts der wachsenden Wählermacht der Senioren geben sich die Experten des RWI zumindest skeptisch: “In grauer werdenden Gesellschaften dürfte es immer schwieriger werden, die öffentliche Investitionsquote zu steigern.” (td)

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

__________

Weitere Themen im Blick von VWheute:

Swiss Re versichert Landwirte in China
Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re setzt in China des erste parametrische Versicherungsprogamm in China auf, um damit Landwirte gegen die Risiken aus Naturkatastrophen abzusichern. Nach Unternehmensangaben habe die chinesische Regierung erstmals einem solch kommerziellen Programm zugestimmt. Das Programm deckt zunächst 28 Bezirke in der Provinz Heilongjiang im Nordosten der Volksrepublik ab.

Unwetter verhageln Axa-Halbjahresbilanz
Unwetter und Stürme in Deutschland, Hochwasser in Frankreich, für den französischen Versicherungsriesen Axa und dessen Bilanz ist das Halbjahr 2016 schon jetzt schwer belastet. Thomas Buberl, ab 1. September 2016 neuer Axa-CEO am Standort Paris, zeigte sich bei der Präsentation der Zahlen dennoch zufrieden.

Moody’s: G-SII-Richtlinien positiv für die Branche
Die vom Finanzstabilitätsrat (Finance Stability Board/FSB) der G-20, der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer aufgestellten G-SII-Richtlinien zur Stärkung systemrelevanter Versicherungsunternehmen ist von der englischen Ratingagentur Moody’s positiv bewertet worden.

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten