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Der Wettlauf der Giganten – oder: wer ist die Nummer eins?

26.02.2015 – kaspar_alexander_10_2014_150Von VWheute-Redakteur Alexander Kaspar.

Es ist ein Wettlauf der Giganten, zum Wohle der Kunden und der Märkte. Der ewgie Wettstreit zwischen Frankreich und Deutschland, der Wettstreit zwischen der Axa und der Allianz. Jeder reklamiert für sich den ersten Platz, und jeder sieht im Gegenüber den Hauptkonkurrenten. Gestern Axa, heute Allianz, damit sind die wichtigsten Branchen-Indikatoren für Anleger, Analysten und Marktbeobachter gesetzt.

“Gewinnsprung bei Axa” melden die Agenturen und “Sparkurs zahlt sich aus”, so die Headlines kurz nach der Veröffentlichung der Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2014. Mit einem Plus von knapp drei Prozent reagierte sofort auch die Börse auf die “zufriedenstellende Situation”, wie Axa-Chef Henri de Castries in typisch assekurantischer Zurückhaltung das jüngste Zahlenwerk der Franzosen kommentierte (siehe UNTERNEHMEN). Um satte zwölf Prozent auf 5,02 Mrd. Euro steigerte das Unternehmen sein Nettoergebnis und man will noch mehr, wie die starke Integration der digitalen Welt in alle Geschäftsbereiche des Unternehmens ankündigt (siehe KÖPFE).

Da müssen sich die Kollegen in der Königinstraße am Englischen Garten ganz schön strecken, um heute gleichzuziehen. Man darf aber vom scheidenden Vorstandsvorsitzenden Michael Diekmann völlig zu Recht erwarten, dass er diese Herausforderung sehr gerne angenommen hat, zumal in seinem letzten Jahr als Chef des “Blauen Riesen”. Alles andere als Rekordergebnisse wären nicht satisfaktionsfähig für den ehrgeizigen Manager, ganz besonders im 125. Jahr der Allianz.

Dennoch, die Spannung ist spürbar, das Barometer zuckt und weist vorsichtig Richtung Nord: “Die Börse sagt die Wahrheit” lautet ein Sprichwort und danach liegt diese Wahrheit für den “Dividendenkönig” der im Dax gelistete Unternehmen, nur auf Platz eins.

Vor allem das Geschäft mit Lebensversicherungen, anderen Vorsorgeprodukten und der Vermögensverwaltung ist im abgelaufenen Jahr bei der Axa gut gelaufen, auch der schwache Euro hat den Franzosen zum Vorteil gereicht, so der Vorstand. Ganz gegenteilig das Bild beim deutschen Konkurrenten: Das Geschäft mit Lebensversicherungen könnte besser laufen und die politisch gewollten niedrigen Zinsen belasten die Allianz.

Allianz und Axa, ein ungleiches Paar mit gleichen Zielen, mehr Geschäft in Europa und der Welt. Dabei hat die Allianz auch keine Manschetten, dem Mitbewerber auch auf dessen Heimatmarkt auf den Pelz zu rücken: Mit der Übernahme der Gan Eurocourtage in Frankreich schafften sich die Münchener eine der größten Maklerplattformen im Nachbarland: Auf einen Schlag gehörten 2.500 Makler zum Allianz Netz in Frankreich. Das wird nicht gern gesehen und findet seinen Niederschlag in der Presse: Kaum eine Berichterstattung über eines der beiden Unternehmen kommt ohne einen Verweis auf den anderen aus: “Erzrivale”, “Haupt-Konkurrent” oder “Lieblingsgegner” lauten die gängigen Formeln. Aber, Konkurrenz ist gut fürs beiderseitige Geschäft wie die gestern und heute kommunizierten Zahlen zeigen. Quod erat demonstrandum.

Bild: Alexander Kaspar. (Quelle: vvw)

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