Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Der VW-Motor brummt

15.03.2016 – BaltzerVon Christoph Baltzer.

Der Absatz von Volkswagen scheint unter der Abgasaffaire kaum zu leiden. Um 2,4 Prozent sank die Zahl der Neuzulassungen im Januar und Februar. Das ist angesichts der Ausmaße des Skandals verschmerzbar. Den Wolfsburgern traut man auch im Versicherungsgeschäft viel zu.

Seit zwei Jahren vermitteln die VW-Händler Autoversicherungen nicht mehr an die Allianz, sondern an die Konzerntochter Volkswagen Autoversicherung. So wanderten im Jahr 2014 130 Tsd Kfz-Verträge von München nach Wolfsburg. Eine Analyse der Versicherungswirtschaft (April-Ausgabe) zeigt: Die Allianz gehört zu den großen Verlierern der Jahre 2010 bis 2014, in denen die Preise ausgesprochen gut waren.

VW lässt sich den Einstieg in das Versicherungsgeschäft einiges kosten. 27 Mio. Euro butterte man in die VW Autoversicherung AG. Die Kostenquoten liegt bei gut 50 Prozent, die Schadenquote bei knapp 90 Prozent. Dabei verkaufen die Wolfsburger ihre Kaskopolicen sogar teurer als die Konkurrenten aus dem professionellen Versicherungsgewerbe. In Haftpflicht sind sie etwas billiger als der Schnitt (siehe UNTERNEHMEN).

Weltweit brummt das Versicherungsgeschäft von VW. 1,84 Millionen Policen verkaufte Volkswagen im vergangenen Jahr rund um den Globus, das waren 4,5 Prozent mehr als im Jahr 2014. In der Versicherungsbranche ist man davon überzeugt, dass die Autokonzerne das Versicherungsgeschäft stärker an sich ziehen werden. In der Realität akquirieren die Autokonzerne aber nur 3,3 Prozent aller Auto-Policen, das ist weniger als bei den Banken.

Das kann man auch so deuten: Das Wachstumspotenzial ist gigantisch. Gelingt es den Wolfsburgern, jedes vierte Auto ab Werk mit einer Police auszustatten, würde der junge Autoversicherer bereits in fünf Jahren zu den Top-Zwanzig der Autoversicherer gehören, die mehr als 1 Million Autofahrer unter Vertrag haben. Fragt sich, wie viel sich der Do-it-yourself-Versicherer aus Wolfsburg das Wachstum kosten lassen will. Er geht in einer Marktphase in die Offensive, in der das Kfz-Geschäft unattraktiver wird. (ba)

__________

Weitere Themen im Blick von VWheute:

Munich Re setzt auf das Wachstum in China
Der chinesische Versicherungsmarkt bleibt nach dem gigantischen Wachstum der vergangenen Dekade weiter in Fahrt. Der Umbau in eine Dienstleistungswirtschaft wird das begünstigen. In den strategischen Überlegungen der Munich Re spielt China eine zentrale Rolle.

Indexpolicen: Lebensversicherer weisen Vorwürfe zurück
Lebensversicherer haben Vorwürfe zurückgewiesen, bei neuartigen Indexpolicen könnte das eingezahlte Kapital verloren gehen. Maximal ist die Überschussbeteiligung eines Jahres gefährdet, falls eine Bankpleite analog zum Zusammenbruch von Lehman Brothers im Jahr 2008 passieren würde. Das ergab eine Umfrage des Finanzenverlags. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hatte von “Totalverlustrisiken” gesprochen.

Versicherungskommunikation vor radikalem Umbau
Versicherungskommunikation ist in diesen Zeiten eine echte Herausforderung für Unternehmen und Sprecher, zumal auch der Versicherungsnehmer immer besser informiert, Rede, Antwort und Transparenz einfordert. Im Exklusiv-Interview mit VWheute berichtet Generali-Sprecher Christian Krause aus seiner Praxis zwischen Alltag und Krisenkommunikation.

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

Verlag Versicherungswirtschaft | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten