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Der transatlantische Zinsverbund ist geschwächt

16.12.2015 – klaus_wiener_gdv“Ein willkommenes Signal” für die deutschen Versicherer ist eine Zinserhöhung der Fed für Klaus Wiener, Chefvolkswirt des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Wenn die Fed heute diese Entscheidung trifft, ist für ihn der geldpolitische Kurs der Folgemonate zentral, wie er in seinem Statement für VWheute schreibt.

In der Vergangenheit war der erste Zinsschritt (siehe DOSSIER) stets der Auftakt für weitere und zum Teil auch sehr kräftige Zinsanhebungen in den Folgemonaten. Dies dürfte dieses Mal indes anders sein, denn der US-Aufschwung ist im historischen Vergleich nicht eben kräftig. Deshalb ist der Preis- und Lohndruck in den USA noch gering. Zudem muss die Fed zahlreiche externe Risiken bedenken, die von China über geopolitische Unwägbarkeiten (Syrien, Ukraine) bis hin zum starken US-Dollar reichen.

Für die deutschen Versicherer ist der Zinsschritt in den USA ein willkommenes Signal, denn er zeigt, dass die unorthodoxen geldpolitischen Maßnahmen – und hierzu zählt sicher auch die Nullzinspolitik – nicht auf Dauer angelegt sein können. Allerdings dürfte mit dem Zinsschritt der Fed noch keine nachhaltige Zinswende auf den Kapitalmärkten des Euro-Raums verbunden sein. In den USA werden die Kapitalmarktzinsen wegen des sehr vorsichtigen Kurses der Fed nur moderat steigen.

Überdies ist der transatlantische Zinsverbund wegen des extrem expansiven Kurses der Europäischen Zentralbank (EZB) geschwächt: Mit der jüngsten Verlängerung ihres Ankaufprogramms hat die EZB dafür gesorgt, dass große Preisverwerfungen auf den Euro-Bondmärkten noch für geraume Zeit zu beobachten sein werden – und damit auch weiter steigende Zinsunterschiede zwischen den USA und dem Euro-Raum.

Bild: Klaus Wiener, Chefvolkswirt des GDV (Quelle: Privat)

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