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Der Tag danach: Die Kanzlerin allein im Haus

23.09.2013 – merkelZahlensäulen und Kuchendiagramme beherrschten den gestrigen Abend unter den deutschen Dächern. Unangefochtene Wahlsiegerin ist Angela Merkel, die ihrer dritten Kanzlerschaft entgegengeht. Aber mit wem? 

“Teils, teils” sei er mit dem in absoluten Zahlen zunächst berauschenden CDU-Wahlergebnis  zufrieden, kommentierte der erfahrene Politikfels, Wolfgang Schäuble. Der Koalitionspartner, mit dem man in Deutschland im Inneren und Äußeren weiter durch die unsicheren Zeiten kommen wollte,  ist der Union abhanden gekommen. Neue Konstellationen werden ihren Preis verlangen, Merkel kann gleichwohl froh sein und sie zeigte ja auch in der “Berliner Runde” diese Erleichterung, dass sie nur an der absoluten Mehrheit schnupperte.  Also Partnersuche – und die ist zumindest heute am Tage danach offen.

Was allerdings feststeht, sind Schlüsselzahlen, an denenen die künftigen Gestalter der politischen Verhältnisse so wenig vorbei kommen wie Lebensversicherer an der Mathematik ihrer Aktuare. Solche Eckdaten  sind es, an denen Politik auf Wirklichkeit trifft. Insofern ist Wahltag nicht nur Zahltag, wie die SZ titelte, sondern auch Zahlentag.

2,1 Billionen Euro Schulden hatte die Bundesrepublik Deutschland, als gestern abend um 18.00 Uhr die Wahllokale schlossen.

49 Prozent dürfte der Spitzensatz der Einkommenssteuer betragen, wenn es in irgendeiner Form zu einer Regierungsbeteiligung von SPD oder Grünen kommt.

10 Milliarden Euro werden schon jetzt jährlich in die Verkehrswege investiert. Das Doppelte ist für Bestandserhaltung, Sanierung und Ausbau nach Expertenschätzung notwendig. Die Maut als Finanzierungsinstrument wird sich ausdehnen – in welcher Form auch immer. Die Investitionsmöglichkeiten der Versicherer in Infrastrukturprojekte auch.

20 Milliarden Euro zahlen die Deutschen pro Jahr für den Ausbau des Ökostroms, der eine wirtschaftlich beherrschbare Energiewende nicht voranbringt, sondern verstopft. Das  EEG-Subventionsmonster wird verschlankt werden müssen, und zwar schnell.

20 Millionen Bundesbürger sind Rentner. Die Solidarrente nicht unter 800 Euro im Monat ist nicht aufzuhalten. 6,2 Millionen Bundesbürger erhalten Hartz-IV-Leistungen.  Wie hoch die Entwertung des Altersvorsorgevermögens durch politisch betonierten Niedrigstzins  mittel- bis langfristig sein wird, steht in den Eurosternen. Das bedingungslose Grundeinkommen ist unterwegs.

Wie viele Milliarden Euro Deutschland im Rahmen seiner Beteiligung an Rettungsschirmen im Euroland real aufbringen muss, ist ebenso ungewiss wie der Umfang der Entwertung des Altersvorsorgevermögens durch den politisch betonierten Niedrigzins (siehe auch DOSSIER).

Mehr als 60 Millionen privat Versicherte  gibt es in Deutschland – ungefähr so viele, wie es gestern Wahlberechtigte gab. Die Politik wird mit neuen Rahmenbedingungen nicht an deren Interessen vorbei regieren können.

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