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Euroland: Das Beben wird zum Zittern

26.01.2015 – Von VWheute-Redakteur Alexander Kaspar.

Diese Woche kommt Einiges an Bewältigung auf Euroland und die es regieren zu. “Griechenland mit der Seele suchen”  hat eine fatale Bedeutung hinsichtlich der Finanzmarktfolgen der gestrigen Wahlentscheidung bekommen. Das Prinzip “Pacta sunt servanda” ist aufgekündigt.

Dreimal hintereinander begann gestern Abend, als der Mehrheitstrend des linken Bündnisses im griechischen Parlament offenkundig wurde, Bundesbankpräsident Jens Weidmann seine Antworten im Bericht aus Berlin der ARD mit den Worten: “Ich hoffe”. Bloße Hoffnung verbindet sich auch mit demm Billionen-Geldrauswurf der EZB. Wo Hoffnung regiert, heißt die Rückseite Angst.

So mischte sich in die jubelnde Börse ein Beben der Grundfesten, dass bei den Handelnden in Politik und Finanzwelt in ein Zittern übergehen könnte. Wenn es überhaupt Gewinner der erpressten Politik des “leichten Geldes” (Quantitative Easing/QE) gibt, die Versicherer werden nicht dazu gehören. Allianz-Investmentvorstand Maximilian Zimmerer war nicht die einzige Branchenstimme, der seine negative Einschätzung der EZB-Instrumente in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen zu Protokoll gab.

“Was die Zentralbank tut, schadet der Altersvorsorge”, sagte er dem Blatt. “Es lässt mich zunehmend verzweifeln: Langfristiges Sparen lohnt kaum noch, und damit entsteht eine große Gefahr für künftige Rentner.” Das klingt nicht sehr hoffnungsfroh, Kreativität und auch ein höheres Maß an Risiko ist jetzt für die Anlagestrategie gefordert (siehe UNTERNEHMEN).

Ein gewisses Beben erfährt heute auch die Generali-Versicherung, steht doch – in einem parlamentarisch einzigartigen Vorgang – speziell ein Unternehmen mit einem ganz besonderen Produkt im Zentrum der Debatte: Die Gesundheits-Apps. In Italien von der Generali erfolgreich installiert, fühlt sich nun die Fraktion der Partei Die Linke berufen, in diesem Zusammenhang der Bundesregierung mehr als 30 kritische Fragen in einer Kleinen Anfrage vorzulegen. Die Debatte darüber dürfte richtungsweisend für ähnliche biometrischen Produkte sein.

Individuelles Monitoring der Kundschaft steht auch am Ende der Woche, beim Verkehrsgerichtstag in Goslar auf dem Programm. Hier diskutieren Versicherer, Juristen, Techniker und Verkehrsexperten alle Aspekte des autonomen Fahrens. Auch hier tun sich Abgründe und/oder neue Geschäftsmodelle auf. In beiden Fällen muss aber noch Überzeugungsarbeit geleitet werden. Dabei gibt es Baustellen genug, Stichwort bAV. Hier steht, bei allem Bewusstsein für einen Ausbau dieser Vorsorgesäule, nicht nur eine Ausweitung des gewerkschaftlichen Einflusses ins Haus, sondern auch weitere Bürokratie. (siehe VERTRIEB: Geplante “bAV-Reform ist unverantwortlich”)

Das ist “Futter” genug für eine Woche. Es dürfte aber nicht einmal alles sein.

Links: Versicherer kritisieren EZB-Entscheidung als “Zumutung” (Tagesreport vom 23.01.2015)

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