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Der Euro hält Kurs

23.07.2015 – Heise_AllianzDer Poker um die griechischen Staatsschulden sowie die Zukunft des Landes in der Eurozone hat in den vergangenen Monaten einige Kratzer am Gerüst der europäischen Gemeinschaftswährung hinterlassen. Auch wenn “die Staatsschuldenkrise Europa verändert” hat: “Griechenland wird den Euro nicht aus der Bahn werfen”, ist sich Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise sicher.

Im Gegenteil: die derzeitige Krise könne sogar eine Chance für eine stabilitätsorientierte Politik in der Europa sein. Ein Austritt aus dem Euroraum sei nur noch unter strikten Bedingungen möglich. Die davon ausgehende Disziplinierungswirkung ist für den Allianz-Chefvolkswirt nicht zu unterschätzen: “Eine klare Positionierung in Krisen ist unbedingt erforderlich. Das Resultat der Verhandlungen wird Europa nicht spalten. Im Gegenteil, eine bedingungslose Schuldenübernahme wäre für viele Länder in Europa nicht akzeptabel gewesen.”

Um den künftigen Herausforderungen besser gewachsen zu sein, ist aus Heises Sicht eine stärkere politische Integration in der Eurozone nötig. Dies könne jedoch nur in einem gemäßigten Tempo geschehen – allein weil die eurokritischen Stimmen in Europa an Bedeutung gewonnen haben.

Und dennoch: Ein Grexit wäre keine Hilfe für das Land. Vielmehr wäre ein Austritt Griechenlands aus Sicht des Allianz-Managers mit erheblichen Risiken verbunden: Vor allem die Steuerzahler in den Geberländern würden belastet, da das Land die Hilfskredite über 240 Mrd. Euro wohl nicht vollständig zurückzahlen könne – von konjunkturellen Bremseffekten und vorübergehenden Rückschlägen an den Finanzmärkten ganz zu schweigen. “Für Griechenland wäre eine Rückkehr zur Drachme nicht die erhoffte Befreiung, sondern ein wirtschaftliches Desaster”, so Heise. Eine Meinung, mit der er allerdings unter den deutschen Top-Managern nicht viel Zustimmung erhält (siehe POLITICS). (vwh/td)

Bild: Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise (Quelle: Allianz)

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