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Demografie für Cineasten

25.02.2016 – Demografie_GDV“Spa­re in der Zeit, dann hast du in der Not”, heißt es im Volksmund. So gehört Sparen bekanntlich zu den Vorzeigetugenden in Deutschland. Dabei legen die Deutschen rund 27 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung zurück. Zum Vergleich: Fran­zo­sen, Spa­ni­er und Ita­lie­ner hor­ten rund 20 Pro­zent, die Grie­chen so­gar nur zehn Pro­zent. Angesichts des demografischen Wandels und den Auswirkungen auf die Rentenversicherung tut Sparen heute mehr Not denn je.

So ergab der Demografiekompass 2016 des Berliner Demografie-Forums (BDF) unlängst, dass der Anteil der Erwerbstätigen zwischen 60 und 64 Jahren in den Jahren 2012 bis 2014 um 6,1 Prozent auf 52,6 Prozent gestiegen ist. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat sich der Anteil der Erwerbstätigen in dieser Altersgruppe innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt. Mit entsprechenden Auswirkungen auf die gesetzliche Rentenversicherung.

Denn vor dem Hintergrund immer länger währender Rentenzeiten und anhaltender Niedrigzinsen sind sich die Experten dahingehend einig, dass konventionelle Sparvorgänge nicht ausreichen, um den bisherigen Status aufrecht zu erhalten. “Reicht die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 mit all den Ausnahmen, die es gibt? Oder brauchen wir bei deutlich längerer Lebenserwartung nicht auch eine längere Lebensarbeitszeit, die sich beispielsweise für zwei Monate höhere gesunde Lebenserwartung um einen Monat verlängert?”, zweifelte Manfred Knof, Deutschlandchef der Allianz, gestern auf dem 5. Berliner Demografie-Forum (siehe MÄRKTE).

Allerdings könnten Flüchtlinge nach Ansicht des Allianz-Managers künftig eine wichtige Rolle beim demografischen Wandel spielen. “Eine Grundfrage wird sein, welche realen Handlungsbegrenzungen die Politik zurzeit hat und welche ethischen Grundforderungen an die Politik zu stellen sind”, machte Knof deutlich. Dabei gewinnen ausländische Versicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung immer mehr an Bedeutung. So betrug deren Anteil laut Bundesregierung im Jahr 2014 bereits zwölf Prozent (siehe POLITICS). Zudem geht man im Bundeskabinett davon aus, dass die Flüchtlinge langfristig zur Entspannung der demografischen Herausforderungen beitragen können.

Immerhin: die Wertschätzung älterer Menschen nimmt lobenswerterweise immer weiter zu. Bestes Beispiel dafür ist Hollywood: So stieg laut GDV das Durchschnittsalter der oscarnominierten Schauspieler von 40,2 Jahren zu Beginn der 1930er-Jahre auf aktuell 49,4 Jahre und bei den Schauspielerinnen von 35,6 auf 41,8 Jahre an. Ein Grund: Die Filme thematisieren heute immer häufiger das Alter, die damit verbundenen Leiden und Konflikte. Vorbei also scheinen die Zeiten des ewigen Jugendwahns – auch cineastisch. (td)

Bildquelle: GDV

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

“Gesetzliche Rentenversicherung ist kein Auslaufmodell”
“Unsere gesetzliche Rentenversicherung ist gewiss kein Auslaufmodell”, sagt Volker Deville, Leiter des Allianz Demografie-Forums in Berlin. Durch den demografischen Wandel werde es in 20 Jahren “etwa doppelt so viele Rentner pro Arbeitnehmer geben wie vor 20 Jahren”, betont der Experte im Exklusiv-Interview mit VWheute. Die betriebliche und die private Altersvorsorge sind daher gefordert, diese Lücke zu kompensieren.

Axa IM senkt weltweite Wachstumsprognose
Die Investmentstrategen von Axa Investment Managers haben ihre Prognose für das Weltwirtschaftswachstum in diesem Jahr von 3,1 auf 2,7 Prozent gesenkt. Für die Experten “wäre 2016 das schwächste Jahr seit 2009, mit einem um einen halben Prozentpunkt niedrigeren Weltwirtschaftswachstum als im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2015″. Eine Rezession erwartet Axa IM hingegen nicht.

Die Bayerische mit neuem Provisionsmodell
Die Bayerische kündigt für Juli 2016 den Start eines neuen Provisionssystems an. Jeder Berater soll bei jedem Antrag zwischen drei unterschiedlichen Vergütungsmodellen wählen können, “die dieser je nach seiner eigenen unternehmerischen Lage in Anspruch nehmen kann”, wie der Versicherer mitteilt. An der Honorarberatung will man festhalten.

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