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Dauerbaustelle Ergo: Anpacken oder verkaufen?

19.12.2016 – ERGO Düsseldorf - Bild 2Es war keine gute Woche für Markus Rieß. Ergo schickt ihre Lebensversicherung in Belgien in den Run-off und verliert nach 17 Jahren die Hypovereinsbank als Vertriebspartner. Auch beim Umsetzen seines Sozialplans kommt Deutschlands zweitgrößter Erstversicherer nicht recht voran. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Konzernmutter Munich Re zusätzliches Kapital in ihre Düsseldorfer Tochter einschießen muss.

Die Ergo-Vertriebsorganisation in Belgien und Luxemburg wird abgewickelt. Damit ist der Abbau von 200 Arbeitsplätzen verbunden. Der Düsseldorfer Versicherer sei dort zu klein und das Neugeschäft wegen der anhaltend niedrigen Zinsen defizitär (siehe UNTERNEHMEN).

Die Munich Re dürfte mit der Problemtochter langsam die Geduld verlieren. Schon lange lasten die Garantien der klassischen Policen allzu schwer auf der Bilanz der Konzernmutter. Die Umsätze bei Ergo sind seit Jahren rückläufig und die Kosten hoch, viel zu hoch im Vergleich zu den Wettbewerbern. Auch die Anfang Juni verkündete Streichung von 2300 Vollzeitstellen kann frühestens Anfang 2018 beginnen.

Das Gerücht, Munich Re wolle sich von der ungeliebten Tochter trennen, reißt nicht ab. Doch Nikolaus von Bomhard weigerte sich immer, den Forderungen seiner Aktionäre nachzugeben. Er verschaffte Rieß sogar einen Sitz im Vorstand der Konzernmutter.

Doch der Traum von Rieß, irgendwann der Chef des weltgrößten Rückversicherers zu werden, galt auch bei einer erfolgreichen Ergo-Sanierung als höchst unwahrscheinlich. Der frühere McKinsey-Berater will bis 2020 540 Mio. Euro einsparen. Schon Vorgänger Torsten Oletzky jagte den Versicherer von einem Umbauprogramm zum nächsten, ohne echten Erfolg. Eines ist klar: Rieß dürfte der letzte sein, der die Ergo unter dem Dach der Münchener Rück saniert. (vwh/dg)

Bildquelle: Ergo

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