Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Das Problem der Altersversorgung spitzt sich zu

02.12.2014 – rentenplaene-150Heute begeht die Deutsche Rentenversicherung mit einem Festakt in Berlin den 125. Geburtstag der gesetzlichen Rentenversicherung. Den Festvortrag hält Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit vermutlich nicht unbekannten Positionen. Mit Spannung erwarten die versammelten Experten aber die konkreten politischen Richtungsangaben zu den immer drängenderen Fragen nach einer dauerhaft belastbaren Altersversorgung und die Förderung der privaten und betrieblichen Modelle.

Passend zur Einstimmung veröffentlichte dazu das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) seine Sicht auf die Lage an der Rentenfront und kommt unter der Fragestellung: “Wohin steuert unsere Alterssicherungspolitik” zu dem Fazit:  Die Alterseinkünfte werden nach wie vor von den Leistungen aus der GRV dominiert. Die Einkünfte aus der betrieblichen und privaten Vorsorge seien unstet und böten keinen verlässlichen Ausgleich zur Leistungsreduzierung in der gesetzlichen Rente. Kritische Adresse an die gestaltende Politik: Die Systemstrukturen und -anforderungen der drei Säulen sind völlig verschieden, eine Abstimmung zwischen den Säulen der Alterssicherung fehlt.

Die DIW-Forscher Kornelia Hagen und Heinz Rothgang argumentieren, dass das deutsche gesetzliche Rentensystem “trotz aller Mängel nach wie vor einer Systemlogik unterliegt und der beliebte Vergleich mit einer Dauerbaustelle oder einem kenternden Schiff – bei aller berechtigten Kritik –  sachlich verfehlt und schädlich” sei. Sie beanstanden vor allem, dass die Politik die Wirkungen der Umgestaltung des Alterssicherungssystems zu einem „Drei-Säulen-Prinzip“ nicht genug beobachtet. (Siehe DOSSIERund POLITICS).

Heribert Karch (60), seit 2001 Geschäftsführer der MetallRente GmbH und seit 2011 Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (Aba) plädiert funktionsgemäß für den kollektiven sozialpartnerschaftlichen Weg:

“Das Stocken der privaten Altersvorsorge, insbesondere die abnehmende Bereitschaft, die Riesterförderung in Anspruch zu nehmen, zeigt, dass private Altersversorgung allein eine ausreichende Lebensstandardsicherung im Alter für den überwiegenden Teil der Menschen nicht gewährleisten kann. Der Aufbau von Betriebsrenten als kollektive Form der Altersvorsorge ist wichtiger denn je.” (siehe MÄRKTE).

Der  Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) trägt mit einem Schwerpunkt “Altersvorsorge 2015 – wie Sparer jetzt erfolgreich vorsorgen können” der gestiegenen Aktualität des Themas Rechnung. Ein “Rentenrechner” setzt dort Beiträge und Prozente bildhaft in Relation. Eine wichtige Aufklärung, doch die politischen Partituren sind undeutlich.

Bild: “Wer ist eigentlich für die Rentenpläne der Regierung?” Plakat der INSM. (Quelle: INSM)

Links: Arbeitgeber fordern Kurswechsel in der Sozialpolitik, Paradigmenwechsel in der betrieblichen Altersversorgung?

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten