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Dabei sein ist alles

05.08.2016 – olympia_pixelioWer kennt sie nicht: “Eddy the Eagle”, der wohl erfolgloseste Skispringer bei Olympischen Spielen oder “Eric the Eel”, Freistilschwimmer aus Äquatorial-Guinea. Gestartet in unterschiedlichen Disziplinen, hatten beide jedoch eines gemeinsam: Sie hatten keine Chance auf eine olympische Medaille. Auch die heute beginnenden Spiele in Rio werden ebenfalls wohl nicht gerade als “best games ever” in die Sportannalen eingehen.

Staus und Verärgerung in Rio, waffenstarrende Sicherheitskräfte angesichts weltweiter Terrorrisiken, die Gesundheitsrisiken durch das Zika-Virus, die schwerste politische Krise seit Jahren mit einer Staatspräsidentin auf dem Abstellgleis, Korruption und wirtschaftliche Turbulenzen – die Liste der Probleme im Vorfeld der ersten Olympischen Spiele in Südamerika scheint schier endlos.

Dabei droht der Stadt an der Copacabana bereits der Olympiafluch von Montréal: Anstatt einen wirtschaftlichen Aufschwung zu erleben, droht Rio das Schicksal der kanadischen Metropole – nämlich über Jahre hinweg im olympischen Schuldensumpf zu versinken. So befürchtet der Kreditversicherer Euler Hermes bereits jetzt einen Anstieg der Insolvenzen in Rio um vier Prozent. Und auch der belgische Konkurrent Credimundi sieht bereits ein höheres Länderrisiko für Brasilien (siehe MÄRKTE).

Die Versicherer sorgen sich hingegen aktuell eher um die Versicherbarkeit der bestehenden Risiken – allen voran das Zika-Virus. Der Trend: Immer mehr Versicherer haben den sogenannten “Zika-Schutz” in ihren Policen ausgeschlossen. Wer also jetzt noch einen Versicherungsschutz für Rio abschließen will, macht dies auf eigenes Risiko (siehe DOSSIER). Sorgen, die sich die deutschen Sportler allerdings nicht zu machen brauchen, glaubt man dem deutschen Olympia-Versicherer Zurich (siehe KÖPFE).

Ein wichtiger Faktor lässt sich im Vorfeld der Spiele jedoch kaum beeinflussen, geschweige denn versichern, nämlich der so genannte Imageeffekt. Für Sydney 2000 war dieser immerhin durchaus groß. So präsentierte sich Down Under den Menschen als offen und gastfreundlich – Australien war stolz auf seine Spiele. Anders fiel die Bilanz vier Jahre zuvor für Atlanta aus: zu kommerziell, zu kalt, lautete das Urteil. Welchen Nutzen am Ende Brasilien aus den Spielen ziehen wird, wird sich erst erweisen, wenn die olympische Fackel erloschen sein wird. Für die Athleten gilt jenseits aller Medaillenträume auch in diesem Jahr wieder der allgemein bekannte Wahlspruch: “Dabei sein ist alles”. (td)

Bildquelle: Alexandra H. / pixelio.de

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