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Business as usual by risks

31.07.2014 – mertesVon Heinz Klaus Mertes.

Kriegsähnliche Zustände in Europa und im Nahen Osten, Sanktionen, die den bisherigen Handelspartner Russland schmerzen sollen, aber auch lähmen. Was bleibt den politisch weithin eingebundenen Verantwortlichen von Branchen und Verbänden übrig, als mit wackliger Stimme in Mikrofone und Kameras relative Unerschütterlichkeit zu demonstrieren?

So kommt Widersprüchliches an Kommentierung von den Konjunkturforschern bei der Vorlage des Ifo-Geschäftsklimaindexes, der nach dreimaligem Quartalsfall auf Jahrestiefststand gesunken ist (POLITICS). Von akuter Krise wollte man indes allenfalls salvatorisch sprechen. Dabei geben die verkündeten Zahlen nicht einmal die zugespitzte Stimmung nach der Tags zuvor verkündeten Sanktionenverschärfung wider. Auch der Geschäftsklimaindex der EU-Kommission gab leicht nach.

Näher dran als Institute sind die exportierenden Unternehmen. Entsprechend deutlich etwa die Stimmen aus der Vorzeigebranche Maschinenbau. VDA-Russlandexpertin Monika Hollacher kurz und bündig im Deutschlandfunk: Viele Maschinen, die Deutschland nicht mehr liefere, werde Russland dann eben in China oder Südkorea kaufen. Die Orders gingen proaktiv jetzt schon in andere Richtungen. Man muss es an dieser Stelle eigentlich nicht sagen: Mit jeder Order gehen auch Versicherungspolicen verloren. Solche Dellen können die Versicherer vor Scharfschaltung von Solvency II gerade brauchen (siehe DOSSIER).

Die Tatarenmeldungen aus der weltpolitischen und damit weltwirtschaftlichen Krisenlage regnen schneller ins Sommerloch herunter, als Bewertungen erfolgen können. Jetzt galoppieren noch Gauchomeldungen dazu. Ob Argentinien seit heute in formalem Sinne pleite ist oder nur de facto, dürfte für die Wirkung auf den Finanzmärkten keinen großen Unterschied machen.

Der Kreditversicherer Coface bringt es auf den Punkt: “Bei plötzlichen Veränderungen oder Verschärfungen von Ländersituationen kann es sein, dass wir kein Neugeschäft mehr versichern, bestehende Deckungen aber aufrecht erhalten oder Schritt für Schritt im Dialog mit den Kunden reduzieren”, wobei der Kreditversicherer völlig zu Recht neben dem wirtschaftlichen Risiko stets auch das politische Risiko im Blick hat.

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