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Bürgerversicherung versus Dualität

21.04.2016 – Krankenversichertenkarte_Arztpraxis - Quelle DAKMedizinischer und qualitativer Fortschritt kommen im Gesundheitssystem nicht zuletzt aus dem Systemwettbewerb. Die Dualität der gesetzlichen und privaten Krankenversicherer ist angesichts der jüngst angekündigten Prämienerhöhungen in der PKV wieder in die Diskussion geraten. Mit entsprechendem Rückenwind für die Verfechter einer Bürgerversicherung, die auch auf der BdV-Wissenschaftstagung eine zentrale Rolle spielt.

“Die Einführung einer Einheitskasse – und nichts anderes wäre eine Bürgerversicherung – könnte die qualitativ hochwertige medizinische Versorgung unserer Gesellschaft gefährden”, glaubt Hiltrud Pekarek, Vorstand der Halleschen Kranken: “Nur in der Vielfalt entwickeln sich Systeme zum Vorteil der Beteiligten”, lautet ihr Credo (siehe DOSSIER).

Gegenwind erhält sie hingegen vom BdV-Präsidenten Axel Kleinlein: “Die aktuellen Beitragsanpassungen sind vermutlich erst der Anfang einer schmerzreichen Zeit für die PKV-Versicherten”. Vielmehr haben die Verbraucher “aber ein Recht darauf, dass man die Systemfrage endlich klärt”, lautet seine Forderung an die Politik.

Dass sich der BdV dabei schon beinahe in der Rolle eine Don Quijote für die Bürgerversicherung gefällt, ist allerdings wenig verwundertlich. Denn seit seiner Gründung im Jahr 1982 sieht sich Verband seit jeher als “die einzige Organisation in Deutschland, die vollkommen unabhängig für die Rechte der Versicherten eintritt und ein politisches Gegengewicht zur Versicherungslobby” darstelle (siehe POLITICS).

Auf dessen Wissenschaftstagung in Berlin prallten die Fronten jedenfalls erneut aneinander. So hält Klaus Jacobs, Geschäftsführer des Wissenschaftliches Instituts der AOK, das System der PKV für nicht zukunftsfähig. Sein Counterpart vom Wissenschaftlichen Institut der PKV, Frank Wild, hielt dagegen: Ohne das Korrektiv durch die PKV würde sich das Leistungsangebot für die gesetzlich Versicherten verschlechtern.

BdV-Präsident Kleinlein blieb hingegen bei seiner Fundamenatalkritik an der PKV: “Wir haben hier einen legalen Betrug”, lautet der schwerwiegende Vorwurf des Verbraucherschützers. Seine Begründung: “Den Kunden wurden beim Kauf nicht darüber informiert, dass sie auch wegen sinkender Zinsen höhere Beiträge zahlen müssen”. Die PKV-Vertreter halten naturgemäß dagegen: “Wir greifen nicht in bestehende Verträge ein, weil der Zins schon immer in der Kalkulation stand”, kontert Wild. Zudem soll die Erhöhung durch Zinsanpassungen in der Regel nur ein bis zwei Prozentpunkte ausmachen (siehe MÄRKTE).

Das großkoalitionäre Unthema der Bürgerversicherung wird die Versicherungsbranche jedenfalls weiter verfolgen – spätestens, wenn der Bundestagswahlkampf 2017 in seine heiße Phase treten wird. (td)

Bildquelle: DAK

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