Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 


- Anzeige -

“Bürgerversicherung auch im Traum irrsinnig”

09.12.2016 – Thorben Wengert_pixelio.deDer Verband der Privaten Krankenversicherung will eine Debatte um das duale Gesundheitssystem noch vor dem Wahljahr 2017 im Keim ersticken. PKV-Vorsitzender Uwe Laue und Direktor Volker Leienbach rühren die politische Werbetrommel. Nie sei die medizinische Versorgung so gut und die Zufriedenheit der Deutschen so hoch gewesen wie heute. Beitragssteigerungen machen die PKV jedoch angreifbar.

“Die Idee einer Bürgerversicherung funktioniert selbst im Albtraum nicht”, erklärt Leienbach im Exklusiv-Interview mit der Versicherungswirtschaft. “Sie geht schon verfassungsrechtlich nicht und vor allem würde sie die medizinische Versorgung für alle Patienten in Deutschland rapide verschlechtern. Das ist selbst im Traum irrsinnig.”

Auch arbeitsmarktpolitisch sei sie abwegig. Vor knapp einem Monat etwa schlug die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung Alarm, dass eine Einheitsversicherung zu einem drastischen Stellenabbau bei den Privaten führen würde. Je nach Ausstiegsszenario könnten bis zu 51.000 Arbeitsplätze wegbrechen.

Bei den sprunghaften Beitragserhöhungen in der PKV gehe es nach Leienbach im Kern um das durchaus lösbare Problem, dass die bisher im Versicherungsaufsichtsrecht geltenden Schwellenwerte, die sogenannten “Auslösenden Faktoren”, zu unflexibel seien. “Sie führen unter Umständen zu einem willkürlich anmutenden Wechsel von mehrjährigen Null-Runden und dann sprunghaft ansteigenden Beiträgen.” Die Kunden bevorzugen laut Verband mehrere kleine als eine große Beitragsanpassung.

Schlaflose Nächte bereitet die immer wiederkehrende Debatte um die Dualität in der Krankenversicherung dem PKV-Direktor aber nicht. Schließlich halte das aktuelle System beide Teile auf Trab, sowohl Gesetzliche als auch Private. Der Wettbewerb lebt. (siehe DOSSIER) (vwh/mst)

Bildquelle: Thorben Wengert / pixelio.de

__________

Weitere Themen im Blick von VWheute:

VGH räumt auf und drückt Kosten
Die VGH hat sich nach vorläufigen Zahlen 2016 stabil und positiv entwickelt. Dies sei laut Vorstandschef Hermann Kasten der systematischen Neuordnung von Vertragsbeziehungen in defizitären Geschäftsfeldern sowie den konsequenten Sparmaßnahmen zu danken. Bei einem leicht rückläufigen Vertragsbestand steigert der Marktführer in Niedersachsen seine Beitragseinnahmen um 2,3 Prozent auf 2,19 Mrd. Euro.

Kreditversicherer unter Druck
Nach einem ruhigen Schadenjahr 2016 warnen die Kreditversicherer vor wachsenden Risiken im Welthandel und durch steigende Wirtschaftskriminalität. “In diesem turbulenten Umfeld sind die Unternehmen gut beraten, die Expertise eines Versicherers zu nutzen, der ihnen als Risikonavigator einen Überblick über den Handelspartner, die Branchen und Länder liefern kann und ihnen dazu den entsprechenden Service bietet”, sagt Thomas Langen.

PZU: Polens größter Versicherer baut Bankvertrieb aus
In Polen werden vom Bankschalter aus fast 50 Prozent der Lebenpolicen und 15 Prozent aller Personenversicherungen vertrieben. Dieser Anteil dürfte nun größer werden. Gemeinsam mit dem Entwicklungsfonds PFR übernimmt Polens größter und von staatlicher Hand gelenkter Versicherer PZU ein 32,8 Prozent-Paket des zweitgrößten Finanzinstituts des Landes, der Bank Pekao.

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten