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Brexit Crash

07.07.2016 – BaltzerVon Christoph Baltzer.

Seit anderthalb Wochen herrscht ein immenser Verkaufsdruck auf dem britische Immobilienmarkt. Solange die politische Lage auf der Insel unsicher bleibt, werden die Preise immer weiter fallen. Die Brezession könnte sich zu einer neuen Finanzkrise zuspitzen.

Man mag beruhigt sein, dass aus dem britischen Immobilienmarkt jetzt endlich Luft entweicht (siehe MÄRKTE). Doch die Verkaufsstimmung hat das Zeug, sich zu einer veritablen Finanzkrise auszuweiten. Die politische Unsicherheit auf der Insel ist Gift für die Märkte. Déjà vu: Die Finanzkrise im Jahr 2008 hatte am US-amerikanischen Immobilienmarkt angefangen und sich langsam und unerbittlich in die Weltwirtschaft gefressen, bis alle Lichter ausgingen.

Munich-Re-Chef Nikolaus von Bomhard hält eine neue Finanzkrise für unwahrscheinlich. Die Münchener gehören zu den kontinentaleuropäischen Versicherern, die von dem Brexit profitieren werden (siehe KÖPFE). In den bevorstehenden politischen Wirren kann die Solvency-II-Äquivalenz der Bermudas schnell zur Verhandlungssache werden. Die Schweiz und Dublin werden immer attraktiver.

Sollte es zu einer Brezession kommen, würden die Immobilienmärkte zunächst die Banken und die Restschuldversicherer beeinträchtigen. Die Krise könnte sich von der Insel auf den europäischen Kontinent ausbreiten, betroffen wären vor allem Länder mit hoher Verschuldung der Privathaushalte, besonders bei schwacher Wirtschaftsleistung.

In Großbritannien ist energisches Handeln vonnöten. Ein Abweichen vom Brexit könnte zu Unruhen im Land führen. Als Alternative bleibt ein beherzter Schritt Richtung Westen und eine exklusive Annäherung an die USA. Doch solange in London niemand das Zeug hat, diesen Weg zu Ende zu denken und zu Ende zu gehen, sollte Brüssel den Brexit nicht so hart spielen. Aus Eigeninteresse. (ba)

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