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Böser Bube Draghi – beargwöhnt und bewundert

09.01.2014 – Draghi-2Heute die erste EZB-Ratssitzung 2014 in Frankfurt. Umwerfende geldpolitische Maßnahmen werden nicht erwartet. Und dennoch stehen Draghi & Co wieder im Rampenlicht der Finanzmärkte – sie die Verfechter des vermaledeiten Niedrigzinskurses, der Versicherer mürbe macht und Sparer enteignet. Und jetzt teilt „dieser Italiener“ (Draghi ironisch über sich selbst) auch noch ungeniert aus.

„Ich bin mir sicher, dass sich die Versicherungen nicht auf den Leitzins berufen, wenn Sie Ihre Mitteilungen verschicken“, erklärte er frank und frei im Neujahrsheft des Spiegel. Die langfristigen Zinsen würden auf den globalen Finanzmärkten gemacht, stellt er fest, wobei er die Verantwortung wesentlich auf die amerikanische Notenbank Fed mit ihren gigantischen Aufkäufen von US-Staatsanleihen schiebt. Und setzt in Richtung deutscher Dauernörgelei noch frech eins drauf. Hier schimmere durch alle Warnungen vor seiner Geldpolitik eine „perverse Angst“. Das Gegenteil von allen Unkereien sei passiert. Draghi: “Die Inflation ist niedrig und die Unsicherheit hat sich verringert.“

Draghis Selbstbewusstsein ist begründet, seine Stellung scheint unanfechtbar. Die europäischen Schuldenpolitiker – und nicht nur mediterranen -  hat er mit seiner Linie des billigen Geldes ohnehin auf seiner Seite, die deutschen Stabilitätsprediger verziehen sich nach und nach aus seinem Ratskollegium. Es zeigt sich, dass sich auch auf der EU-Bühne Einzelstars gegen den bürokratische Komplex durchsetzen können. Interessant auch im Hinblick auf das sich drehende Personalkarussel im Zuge der kommenden Europawahl (siehe POLITICS).

Ein smarter böser Bube, der elegante Banker-Macchiavelli, der mit seiner Turnaround-Konsequenz mehr und mehr auch den neidvollen Respekt seinesgleichen unter den Finanzmarktmanagern findet. Auch unter den Heads der deutschen Versicherer. Man höre sich um. (hkm)

Link: DABEI

Foto: Mario Draghi, Präsident der EZB. (Quelle: EZB)

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