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08.12.2016
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Boom bei M&A-Versicherungen in Deutschland

16.11.2016 – ma-kongress_akOb Bayer und Monsanto (66 Mrd. US-Dollar), Enbridge Inc. und Spectra Energy (43,1 Mrd. US-Dollar) oder Softbank Group und ARM Holdings (30,7 Mrd. USD) um nur die drei größten der letzten Monate zu nennen. Weltweit schließen sich immer mehr Unternehmen und Konkurrenten zusammen. Immer häufiger mit am Tisch: Die Versicherer als Anbieter einer M&A-Versicherung. Der Markt hat sich in den letzten Jahren extrem gut entwickelt.

In der mit “M&A-Versicherung als Transaktionsbeschleuniger” überschriebenen zweiten Etappe des vom Medienhaus DIE ZEIT veranstalteten 14. Deutschen Corporate M&A-Kongresses im Haus der Bayerischen Wirtschaft zu München gab der M&A-Manager der AIG Europe, Dennis Froneberg, einen vielbeachteten Einblick in die Aktivitäten seines Hauses. Danach hat sich die Zahl der Anfragen aus dem deutschsprachigen Raum in den letzten zwei Jahren um 100 Prozent gesteigert.

Bis Ende Oktober 2016 gingen europaweit rund 1.000 Anfragen bei der AIG zum Thema M&A-Versicherung ein. Impluse kamen zudem vor allen Dingen aus Großbritannien. Wurden vor zwei-drei Jahren Transaktionen nur in der Höhe von 200 bis 300 Mio. Euro versichert haben sich hier die versicherten Volumina inzwischen verzehnfacht. Auf Nachfrageseite treten aber nicht nur internationale Player auf den Plan, sondern zunehmend auch der Mittelstand, Stichwort Nachfolgeregelung. Wurde in der Vergangenheit Versicherungsschutz im Rahmen eines Verkaufs erst angefragt, als es häufig schon zu spät war und entsprechende Verhandlungspositionen aufgebaut waren, konsultiert man heute die Anbieter schon im Vorfeld.

Ähnlich auch die Lage in der Großindustrie, für die Patrick Fiedler, Vice President Corporate Insurance der BASF aus dem “Nähkästchen” plauderte: Vor knapp sieben Jahren hatte die BASF ihre erste “warranty and indemnity insurance” (W&I) abgeschlossen, damals noch teuer über England. Auf die Frage, wie entsprechende Abläufe im Hause des Chemiegiganten angeschoben und bewältigt werden, fasste Fiedler wie folgt zusammen:

Mit der versicherungstechnischen Begleitung von rund 120 Transaktionen allein in den letzten 24 Monaten reklamiert die AIG nunmehr 30 Prozent Marktanteil für die DACH-Region. Im Interview mit VWheuteTV gibt Froneberg einen Einblick in seine Arbeit als “Problemlöser” und Transaktionsbeschleuniger mit einem besonderen Blick auf neue Player im Markt: die Chinesen.

Ob die beschriebene Dynamik auch weiter erhalten bleibt wird erst die Zukunft zeigen: Als Unsicherheitsfaktoren gelten eine schwächelnde Weltwirtschaft, die Entwicklung in China und die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA. Dabei sind der Brexit und die US-Präsidentenwahl noch gar nicht mit eingepreist. Dennoch, die Indikatoren weisen Richtung Norden und weitere Mitspieler stehen schon in den Startlöchern. (vwh/ak)

Bild: Dichtes Gedränge beim M&A Kongress in München. (Quelle: Alexander Kaspar)

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Geringe Schäden retten Talanx-Ergebnis
Der Sturm “Matthew” kostete rund 100 Mio. Euro, die BASF-Explosion einen zweistelligen Millionenbetrag. Talanx hat in den ersten neun Monaten 2016 zwar weniger Prämien als erwartet eingenommen, beim Gewinn jedoch aufgrund der geringeren Schadenbelastung die Prognosen deutlich übertroffen. Der angepeilte Gesamtgewinn von 750 Mio. Euro “mag auf den ersten Blick nicht ambitioniert klingen”, räumt Konzernchef Herbert Haas ein.

Kein Kunde versteht Begriffe wie Erlebensfallbezugsrecht
Kompliziert und zu lang. So lautet das Testfazit von Getsurance zu den Anträgen auf BU und Risikoleben. Gründer Viktor Becker erklärt im VWheute-Interview, wie man Kürzungen vornimmt ohne die Rechtssicherheit zu gefährden: “Die Allianz wiest in ihrem Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung an vier verschiedenen Stellen auf die Folgen einer Anzeigepflichtverletzung hin. Das ist unnötig.” Einmal an einer prominenter Stelle reiche aus.

Heise: “Der Populismus ist besorgniserregend”
Die Allianz blickt mit verhaltenem Optimismus auf das kommende Jahr. So rechnet Chefvolkswirt Michael Heise gegenüber VWheute mit einem “moderaten Anstieg der Rendite zehnjähriger Bundeanleihen” und neuen fiskalpolitischen Impulsen aus den USA. Für Deutschland rechnet der Ökonom mit günstigen Bedingungen. Achillesverse sei hingegen die “zu geringe Investitionstätigkeit”.

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