Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Bessere Ratings dank Solvency II

07.06.2016 – Kalb_FitchDie Einführung von Solvency II führt zu erheblichen Veränderungen im Versicherungssektor. Sie wird auch Einfluss auf Versicherungsratings haben, stellt Fitch-Analyst Stephan Kalb in seinem Beitrag für VWheute fest. Seine These: Die Ratings könnten sich tendenziell eher verbessern.

Im operativen Geschäft haben sich Ratings in einigen Geschäftsfeldern als Gradmesser für die Zahlungsfähigkeit eines Versicherers aus Kundenperspektive etabliert. Neben öffentlich verfügbaren Informationen wie Geschäftsberichten werden für die Analyse eine Reihe von Daten von den Unternehmen angefordert, die vertraulich sind. Dazu gehören z.B. interne Risiko- und Performanceberichte zu einzelnen Versicherungssparten oder Prognoserechnungen.

Daneben ist das jährliche Managementmeeting mit dem Vorstand des Versicherers eine wichtige Informationsquelle. Im Rahmen des Treffens werden strategische Ausrichtung, Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Jahr und Geschäftserwartung für die kommenden Jahre mit dem Vorstand diskutiert.

Die Einführung von Solvency II führt bei einigen Versicherern zu niedrigeren regulatorischen Kapitalquoten, sodass die betroffenen Unternehmen entweder mehr Kapital aufbauen oder ihren Kapitalbedarf reduzieren müssen. Dadurch könnten sich die Ratings tendenziell eher verbessern. Grundsätzlich dürfte die Einführung von Solvency II bereits dazu geführt haben, dass die Versicherer eher risikoorientierter operieren. Auch dieser Punkt dürfte sich positiv auf das durchschnittliche Niveau von deren Ratings auswirken (siehe KÖPFE).

Bild: Stephan Kalb, Senior Director und Teamleiter der deutschen Versicherungsanalyse bei Fitch Ratings in Frankfurt am Main. (Quelle: Fitch)

Expert: Bestnoten und Bonitäten. Im Rating-Prozess werden Versicherer einer harten Performance-Prüfung unterzogen – sowohl qualitativ wie quantitativ (Einzelbeitrag)

__________

Weitere Themen im Blick von VWheute:

Ratingurteile sind “kein originärer Prüfungsgegenstand”
Wenn Ratingagenturen wie im Fall der Ergo Leben das Fallbeil schwingen, ist das für Bafin-Chef Frank Grund “kein originärer Prüfungsgegenstand, sondern eine zusätzliche Marktinformation.” Im Interview mit der Versicherungswirtschaft erklärt er, wie die Versicherungsaufsicht ein Downgrading aufnimmt.

Kfz-Versicherer müssen flexibler werden
Deutsche Autoversicherer müssen ihre Angebote erweitern und sich zu Mobilitätsanbieter entwickeln. Auf dem aktuellen MCC-Kongress “Kfz-Versicherung 2016″ suchten sie – teilweise verzweifelt – nach neuen Vertriebsideen. Vernetzte Technik könnte in Zukunft eine Krise in der Branche auslösen. Bedroht sehen sich die Kfz-Versicherer vor allem von Herstellern und Technologiekonzernen.

Generation Y kauft Kunst im Netz
Sicherheitsrelevant: Spezialversicherer Hiscox sieht den Online-Kunstmarkt weiter auf dem Vormarsch. “Wir beobachten, dass besonders das Online-Segment, über das vorwiegend niedrigpreisige Werke unter 10.000 Dollar gehandelt werden, vom rückläufigen Trend unberührt bleibt und sich weiterhin sehr gut entwickelt”, erklärt Robert Read, Head of Fine Art bei Hiscox.

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten