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Bedarfsanalyse radikal vereinfachen

11.11.2016 – Digital_FotoliaDas Startup Fingoal hat ein Tool entwickelt, das die Bestandsaufnahme in der Finanzberatung erleichtert. Das Programm macht sich dafür die inzwischen standardisierten Kontodaten zunutze. Kunden und Berater ersparen sich dadurch den Gang nach Hause und den Griff zum Aktenordner, zumindest teilweise. Die größte Digitalisierungslücke bleibt die Deutsche Rentenversicherung mit ihrer alljährlichen Rentenmitteilung.

“Eine ganzheitliche Beratung dauert oft drei Stunden”, sagt Kai Fürderer. “Drei Stunden für eine Riester-Rente, das ist Unsinn.” Mit einem Programm macht der gelernte Banker die Bestandsaufnahme beim Kunden sehr viel einfacher. Die Idee: Die Informationen über die finanzielle Situation befinden sich im Kontoauszug (siehe POLITICS).

Im Zuge der Zahlungskontenrichtlinie der EU, die seit dem Frühjahr in Kraft ist, haben die Banken den Zahlungsverkehr elektronisch standardisiert. Der Kontowechsel ist dadurch viel einfacher geworden. An die 200 Banken arbeiten dabei mit dem Kassler Fintech Fino, das Anfang vergangenen Jahres von dem ehemaligen Accenture-Berater und Commerzbank-Mitarbeiter Florian Christ gegründet wurde. Viele Banken wickeln den Kontowechsel in einer White-Label-Lösung über Fino ab, die Gesellschaft unterhält aber auch eine eigene Marke namens Kontowechsel. Konkurrent ist das Berliner Startup Finreach, das zum Fintech-Inkubator Finleap gehört. Finleap ist auch Ankerinvestor bei Clark.

Fürderer nutzt für sein Beratungstool den Rechenkern von Fino. Aus den monatlichen Umsätzen für Wohnkosten, Mobilität, Lebenshaltung, Sparen, Versicherungen und Kreditzinsen gewinnen Berater einen schnellen Überblick, ohne den Kunden nach Hause schicken zu müssen. Die Versicherungsbeiträge werden vielfach schon so im Kontoauszug aufgeschlüsselt, dass man weiß, in welchem Tarif die Kunden versichert sind, berichtet Fürderer.

Das Tool hat er zunächst für Banken konzipiert, doch es eignet sich auch für Finanzvertriebe. Ob, wie und wann Fingo zur Selbstberatung im Internet zur Verfügung steht, ist noch offen. Gegenüber einer kompletten Maschinalisierung der Beratung ist der Fingoal-Chef zurückhaltend. “Ich will nicht, dass ein Kunde seine BU über das i-Phone abschließt, noch nicht.” Ab Mitte Dezember wird er das Tool Banken vorstellen, eine Sparkasse wird es wohl Mitte Januar bereits live schalten. “Die Nachfrage ist riesig“, sagt Fürderer. (ba)

Bildquelle: Fotolia

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Geringe Schadenbelastung für Generali und Zurich
Die Erdbeben in Italien haben sich kaum auf die Bilanz des italienischen Versicherers Generali ausgewirkt. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, ging der Gewinn trotzdem aufgrund einer schwächeren ersten Jahreshälfte um knapp sechs Prozent auf 1,6 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,7 Mrd.) zurück. Die Zurich verbuchte hingegen in den ersten neun Monaten einen Betriebsgewinn von 3,4 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 36 Prozent. Auch der spanische Versicherer Mapfre befindet sich derzeit auf Wachstumskurs.

MLP und OVB wachsen
Der Finanzdienstleister MLP hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres gut verdient. Nach Unternehmensangaben stiegen die Umsatzerlöse um 13 Prozent auf 404,5 Mio. Euro (Vorjahr: 357,2 Mio. Euro). Die Provisionserlöse stiegen zudem um 14 Prozent auf 388,9 Mio. Euro (Vorjahr: 341,1 Mio.). Der Finanzvermittler OVB verzeichnete bei den Gesamtvertriebsprovisionen ein Plus von 3,2 Prozent auf 171,1 Mio. Euro (Vorjahr: 165,7 Mio.).

Faschings-Police zieht auch bei Betrunkenen
Die HDI Versicherung AG startet passend zum Auftakt der närrischen Saison eine Kurzzeit-Unfallversicherung: Der “Tolle-Tage-Schutz” kann online mit wenigen Klicks beantragt werden. Er gilt ab dann 24 Stunden lang für Unfälle, die bei Karnevals- und Faschingsveranstaltungen passieren – einschließlich der direkten Hin- und Rückwege. Alkoholbedingte Einschränkungen gibt es hingegen lediglich für Autofahrer.

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