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bAV: Wann kommt der Masterplan für den Branchenfeldzug?

05.02.2015 – Wohin_Thomas Vogt _FotoliaThink Big: Es geht um viel – nämlich um den Vorsorgestandort Deutschland im Rahmen einer sozialen Marktwirtschaft. Denn weiterer Bodenverlust droht bei der betrieblichen Altersversorgung. „Quo vadis Deutschland und Europa“, heißt es heute in diesem Sinne bei der Axa in Köln. Im Zentrum auch die Herausforderungen eines Versicherers.

Marcel Fratzscher, Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und Professor für Makroökonomie spricht beim bAV-Symposium der Axa zum Potenzial der Wirtschafts- und Geldpolitik. Axa-Vorstand Patrick Dahmen mahnt Vertrauen in die Institutionen des Systems an.

Dass Versicherer im Zusammenhang mit der gesetzlichen Neuregelung der betrieblichen Altersversorgung um ihre bisher anerkannte Trägerrolle im sozialstaatlichen Bereich zu kämpfen haben, dokumentiert die geschwächte, defensive Allgemeinsituation.

Träger bei der bAV sollen die Tarifvertragsparteien sein, also ausschließlich Gewerkschaften und Arbeitgeber. Nicht tarifgebundene Unternehmen werden durch eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung einbezogen.

Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) will mit ihren Maßnahmen die bAV vor allem in Klein- und Mittelbetrieben fördern. Der Arbeitgeber soll eine reine Beitragszusage erteilen können, die Garantie der Mindestleistung übernimmt danach die bAV-Einrichtung, das Ausfallrisiko übernimmt der Pensionssicherungsverein PSVaG. Werden die von Nahles angestrebten Regelungen Gesetz, bleibt künftig die Versicherungswirtschaft außen vorn. Branchenkreise rechnen dann sogar damit, dass die bestehenden fünf Durchführungswege, u.a. Direktversicherung, nach und nach ausgetrocknet werden könnten und Finanzdienstleister das Nachsehen haben. Makler und Vermittler von konventionellen bAV-Produkten wären ausgegrenzt.

Beim Kampf um den Erhalt des Vorsorgestandorts reichen Stoßtrupps (siehe VERTRIEB) nicht aus. Das verdient einen Feldzug in breitem Branchenbunde und einen Masterplan der ökonomischen und gesellschaftlichen Aufklärung bis in die Schulen hinein.

Über die Impulse aus Köln hierzu berichtet VWheute. (hkm/wo)

Bildquelle: Thomas Vogt / fotolia

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