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Bafin nimmt zwei handvoll Lebensversicherer und Pensionskassen in Manndeckung

11.05.2016 – Rafael_Kurz_NeuVon VWheute-Redakteur Rafael Kurz. Die Bafin erwartet keine Auffälligkeiten aus den ersten Erhebungen zu Solvency II. Versicherungsaufseher Frank Grund hält die Gefahr, die von den Lebensversicherern auf die Finanzstabilität ausgeht, für äußerst gering. Dass Spielräume von Solvency II über Gebühr strapaziert werden, könnte zur Nachbesserung von internen Modellen führen.

Vier Lebensversicherer haben im vergangenen Jahr den Markt verlassen, schreibt die Bafin in ihrem Jahresbericht. Eine gute Handvoll Unternehmen hat man unter enger Manndeckung. Das gilt für die gleiche Zahl an Pensionskassen, für die Frank Grund die Arbeitgeber in die Verantwortung nehmen will. (siehe POLITICS).

“Wir sind gut vorbereitet”, erklärt er bei der Jahrespressekonferenz der Bundesfinanzaufsicht zum Thema Solvency II. “Ende Mai wissen wir es ganz genau. Denn da liegen uns die Day-One-Berichte vor.” Er erwartet keine Auffälligkeiten. Die Vorzeichen sind schließlich unverändert: Niedrigzins, Digitalisierung und Regulierung bestimmen den Finanzbetrieb.

Mit erheblicher Ernsthaftigkeit untersuche man, ob Versicherer regulatorischen Spielraum kreativ und eigensinnig nutzen. Er räumt ein, dass es mitunter Anreize geben könnte, den Eigenkapitalbedarf herunterzuschrauben. Felix Hufeld geht an dieser Stelle auf den Vergleich mit den Banken ein, bei denen die internen Modelle zur Ermittlung des Sicherheitsbedarfs bereits zur Diskussion stehen.

“Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es hier und da Ausreißer geben könnte”, schränkt er für den Versicherungssektor ein. Die Folge wäre dann eben eine Verfeinerung und Präzisierung der Modelle. Sind die Versicherer hier einfach hintendran? “Ja und nein”, entgegnet Hufeld hier dialektisch.

Die Nase vorn hatten die Banken, was das Thema des Tages angeht. Hier bestimmten die aktuellen Bankenskandale und die Verstrickungen der Institute in die Panama Papers die Fragenkataloge der anwesenden Journaille (siehe SCHLAGZEILEN).

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

Munich Re leidet unter Ergo
Die Munich Re ist mit einem Quartalsgewinn von 436 Mio. Euro in das Jahr 2016 gestartet. Im Vorjahreszeitraum lag der Gewinn des Münchner Rückversicherers noch bei 790 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr rechnet die Munich Re mit einem Gewinn von lediglich 2,3 Mrd. Euro. Bislang war das Unternehmen von einer Gewinnspanne zwischen 2,3 bis 2,8 Mrd. Euro ausgegangen. Ein wesentlicher Grund für den Gewinnrückgang sieht der Rückversicherer vor allem in der Belastung durch das Geschäft der Ergo.

Niedrigzinsen belasten Vorsorgeverhalten
Die Bereitschaft, während des Erwerbslebens für das Alter zu sparen, scheint angesichts der aktuellen Niedrigzinsen nicht sonderlich ausgeprägt. Laut Axa Deutschland-Report 2016 wollen 55 Prozent der Berufstätigen in Deutschland ihre private Altersvorsorge nicht weiter ausbauen. Gleichzeitig gebe es einen regelrechten “Run” auf Immobilien zur Eigennutzung und Vermietung, um damit das Auskommen im Alter zu sichern.

Fort McMurray übertrifft Tianjin
Die Erdbeben in Japan und Ecuador sowie die Stürme in den USA machten den April zum schadensträchtigsten Monat seit 2011, kalkuliert Aon Benfield. Der Mai wird mit den Waldbränden in Kanada ebenso in die Annalen eingehen. Für die Versicherer ist die Feuerkatastrophe in Fort McMurray der größte Schadensfall der kanadischen Geschichte und könnte die Schadenshöhe von Tianjin deutlich übertreffen.

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