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Aufsichtsräte: Neue Hebel der Macht

08.08.2014 – Katja-Schuld150Von Katja Schuld.

Zwei Gewinnwarnungen innerhalb kurzer Zeit haben den ehrgeizigen Roland Koch seinen Chefposten beim Baukonzern Bilfinger gekostet. Das letzte Wort hatte gestern der Aufsichtsrat, die Fäden wurden vorher gezogen. Der Fall zeigt exemplarisch die Macht der Kontrolleure. Sie können Unternehmenschefs sowohl ab- als auch berufen. Und das von einem auf den anderen Tag. Davor sind auch Versicherungsmanager nicht gefeit.

Der kurzfristige Erfolgsdruck wächst, Restrukturierungen brechen inmitten Niedrigzins und vor Solvency II mächtig auf, machen nervös. Man erinnere sich nur einiger zurückliegender Über-Nacht-Abberufungen und Rochaden auf den Vorstandsebenen.

Management-Experten aus Wissenschaft und Consulting stimmen insgesamt darin überein, dass die Professionalität der Aufsichtsgremien auch in der Versicherungswirtschaft unter den verschärften Wettbewerbsbedingungen ausgeprägter ist denn je, um  bei unternehmensstrategischen Weichenstellungen dem von ihnen bestellten Top-Management als “Sparringspartner”   fungieren zu können. Vor allem achtet man darauf, interdisziplinäres Wissen zu einem „Kumul an Kompetenz“, so der Düsseldorfer Headhunter Christoph Trah, zu führen.

Das Anforderungsprofil an Aufsichtsräte hat sich verändert (siehe MÄRKTE). So werden freiwerdende Positionen mit so genannten Tickets, das heißt mit den gewünschten Kernkompetenzen, versehen, berichtet Heads-Personalberater Christoph Netta. Neben Fachlichkeit sind Urteilsvermögen, Erfahrung, strategische Kompetenz sowie Wertehaltung und ethisches Verständnis gefragt.

Zudem hat der Gesetzgeber in den vergangenen Jahren die Zügel kräftig angezogen. Die Cooling-Off-Phase, nach der Vorstände von börsennotierten Aktiengesellschaften zwei Jahre pausieren müssen, bevor sie in den Aufsichtsrat wechseln, ist eine der Regelungen. Dazu kommen Verschärfungen in der Haftung. In der Pipeline befindet sich derzeit noch die öffentlich hoch beachtete Regulierung der Frauenquote für Top-Positionen.

Ganz gleich ob Versicherer oder Industrieunternehmen: Im Aufsichtsrat gibt es keine Unterschiede. „Beide arbeiten mit hoher Professionalität“, berichtet Wissenschaftlerin und Aufsichtsrätin Ann-Kristin Achleitner aus ihrer persönlichen Erfahrung (siehe DOSSIER). Dass diese umfassend vorhanden ist, zeigen ihre zahlreichen Mandate. Sie ist Aufsichtsrätin bei Munich Re, Linde, Metro und beim französischen Energiekonzern GDF Suez.

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