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Apocalypse Yesterday

28.08.2015 – daniel_tobias_1979“Es gibt nicht den einzigen richtigen Blickwinkel auf die Risiken des Klimawandels”, sagte unlängst Victor Peignet, CEO von Scor Global P&C im Interview mit VWheute zur Zuverlässigkeit von Risiko-Modellierung. Dennoch sind vor allem jene Versicherer, die Wetterrisiken abdecken, in den letzten zehn Jahren deutlich sensibler für die Thematik geworden – Hurrikan Katrina sei Dank.

Was sich am 23. August 2005 noch als tropisches Tiefdruckgebiet auf dem Atlantik zusammenbraute, entwickelte sich schließlich zum verheerendsten Wirbelsturm in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Die Folgen waren fatal: Der Hurrikan gilt heute als Symbol für einen überforderten Staat, der selbst die Versicherungsbranche kräftig durcheinander gewirbelt hat. “Katrina hat die Versicherungsindustrie nachhaltig verändert: Neue Sichtweisen im Risk Management, Schadenmanagement und in der Prävention wurden so erst möglich”, sagt Bill Donnell, US-Schadenchef der Swiss Re (siehe MÄRKTE).

Zehn Jahre sind nun seit Katrina vergangenen. Auch wenn sich New Orleans wieder weitgehend von dieser Apokalypse erholt und die Schutzmaßnahmen das Überflutungsrisiko deutlich reduziert haben – das Restrisiko bleibt. So gehen die Experten der AGCS davon aus, dass in den kommenden 50 Jahren 80 Prozent der zehn am stärksten von Küstenüberschwemmung durch Sturmflut und Windschäden gefährdeten Standorte in Asien liegen werden. Vor allem die maritime Industrie wird künftig mit einem hohen Schadenrisiko leben müssen (siehe DOSSIER).

Die Bevölkerung wird auch dennoch weiter zu den Hauptleidtragenden der Naturkatastrophen zählen. “In den USA ist niemand verpflichtet, sich gegen Hochwasser zu versichern”, sagt der Küstenforscher John Day von der Louisiana State University in Baton Rouge.

Eines ist aber jetzt schon sicher: den Namen Katrina wird nie wieder ein Sturm tragen. Wegen der große Schäden und der vielen Toten hat die Weltmeteorologieorganisation “Katrina” im Jahr 2006 für immer von der Namensliste für tropische Wirbelstürme gestrichen. (td)

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Weitere Themen im Blick von VWheute:

KW 35: TOP FLOP TREND
Das gewerkschaftsnahe Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) geht mit den Arbeitgeberverbänden für deren Forderung nach flexibleren Arbeitszeiten hart ins Gericht – nachvollziehbar, aber doch rückwärtsgewandt.

Generali-Chef: “Hier geht es nicht ums Spionieren”
“Wir werden Sie nicht bestrafen”, stellt Generali-Deutschlandchef Giovanni Liverani zu den Auswirkungen von Telematik und Fitnesstracking fest. In einem Interview stellte er nun Details zum Gesundheitsprogramm “Vitality” vor, das 2016 starten soll – in den sozialen Medien kocht es hingegen.

PKV: “Lage frei von ideologischen Zuspitzungen”
Beim Thema private Krankenversicherung (PKV) herrscht in der Großen Koalition weiterhin der vereinbarte “Waffenstillstand”. Roland Weber, Vorstand der Debeka Krankenversicherung, sieht im Exklusiv-Interview mit VWheute zudem keine “ideologischen Zuspitzungen”.

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