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Altersvorsorge: Teuer erkaufte Garantien

16.03.2016 – Morgenstern_DIAKlaus Morgenstern, Sprecher des Deutschen Institutes für Altersvorsorge zur aktuellen Lage von Garantien.

Das klassische Garantiemodell in der deutschen Lebensversicherung gerät an die Grenze der Bezahlbarkeit. Das gilt sowohl für die Beitragsgarantien in der Ansparphase als auch für die Garantierenten in der Leistungsphase.

Die einen sind in der staatlich geförderten und in der betrieblichen Altersvorsorge gesetzlich vorgeschrieben, auf die anderen legen die Sparer laut Umfragen großen Wert. Wären die Kosten für diese Garantien offensichtlich, würden sich viele wohl dagegen entscheiden.

Die indirekten Kosten für die Beitragsgarantie in der Ansparphase liegen in der Regel bei einem Vielfachen der eingezahlten Beiträge. Ein Beispiel dafür: Eine 25-jährige Anlegerin spart bis zu ihrem Renteneintritt im Alter von 67 Jahren Monat für Monat 50 Euro. Die Laufzeit des Sparplanes beträgt somit 42 Jahre. Die eingezahlten Beiträge summieren sich auf 25.200 Euro.

Im Sommer vergangenen Jahres lagen die Garantiekosten für einen solchen Sparvertrag, sprich der entgangene Vermögensgewinn, im Vergleich zu einer alternativen Aktienanlage, bei rund 140.000 Euro. Das ist mehr als das Fünffache der eingezahlten Beiträge. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese so teuer erkaufte Garantie tatsächlich greift, ist allerdings niedriger als vier Prozent, in vielen Fällen sogar weniger als ein Prozent.

Bei den Garantierenten haben der gesunkene Rechnungszins und Veränderungen bei den biometrischen Grundlagen für eine erhebliche Verteuerung gesorgt. Das ist der Preis, den der Altersvorsorgesparer für die Niedrigzinspolitik der EZB zahlen muss.

Heute stellt das Deutsche Institut für Altersvorsorge Berechnungen vor, wie die Niedrigszinspolitik auf die Aufwendungen der Altersvorsorgesparer wirkt (siehe DOSSIER).

Bild: DIA-Sprecher Klaus Morgenstern (Quelle: DIA)

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