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Allianz heute: Der deutsche Global Player muss sich mehr globalisieren

06.05.2015 – BaltzerVon Christoph Baltzer. Heute können die Allianz-Aktionäre zum letzten Mal dem Rechenschaftsbericht Michael Diekmanns zuhören. Wer will, kann auch über Internet an der Hauptversammlung in der Münchener Olympiahalle teilnehmen. Ab Donnerstag leitet sein Berater, Oliver Bäte, den Konzern. Diekmann hinterlässt ein grundsolides Haus. Trotzdem muss sich die Allianz verändern.

Um 30 Prozent stieg der Umsatz der Allianz, seitdem Michael Diekmann vor zwölf Jahren an die Spitze der Allianz rückte, das entspricht einem Durchschnittswachstum von 2,5 Prozent. Zum Vergleich: Zwischen 2005 und 2015 wächst die Weltwirtschaft um durchschnittlich 3,8 Prozent jährlich. Die Allianz hinkt also der wirtschaftlichen Entwicklung hinterher. Dass es den Konkurrenten nicht viel anders geht, mag immerhin ein wenig trösten.

Aus wenig mehr machen, das war Diekmanns Devise. Unter seiner Ägide stieg der Gewinn auf das 2,4-fache, der Aktienkurs verdreifachte sich. Das war’s aber schon. Die Allianz ist defensiv aufgestellt. “Zukunft sichern” hat sich die Führung als Motto auf den Titel des Geschäftsberichtes gestellt. Dass die Allianz sicher ist, daran zweifeln derzeit weder die Rating-Agenturen noch die Kunden. Seit dem vergangenen Jahr betrachtet Moody’s als letzte der drei großen Rating-Agenturen die Allianz mit stabilem Ausblick. Aber wie geht es weiter?

Selektives und vor allem profitables Wachstum strebt die Allianz in diesem Jahr an. Mehr als 1,6 Prozent Umsatzwachstum wird es nicht geben, glauben Analysten. Angesichts eines erwarteten Weltwirtschaftswachstums von 3,5 Prozent werden die Münchener also weiter an Terrain verlieren. In der Ära Diekmann ist die Allianz ein sehr deutsches Unternehmen geblieben. In der Schadenversicherung beläuft sich der Anteil der Deutschland-Prämien auf 26 Prozent, vor zwölf Jahren waren es 29 Prozent. In der Lebensversicherung stieg der Deutschland-Anteil am Prämienumsatz sogar von 31,6 auf 33,4 Prozent.

Wenn sich an der Wachstumsschwäche der Allianz etwas ändern soll, so wird dies vor allem in Asien geschehen müssen. 60 Prozent der Erdenbürger leben in Asien, Tendenz steigend. Wir stehen an der Schwelle zu einem asiatischen Zeitalter. Die Antwort darauf zu finden, wird eine der großen Aufgaben von Oliver Bäte sein (siehe SCHLAGZEILEN). (ba)

Aus dem Business- und Managementmagazin Versicherungswirtschaft:

  • Report: Ein Dickschiff wieder flott machen. Unter Oliver Bäte bekommt der Kulturwandel der Allianz eine neue Dimension. (zum Beitrag), in: VW 11/2014
  • Report: Trotz Wehklagen “bullenstark”. Rekordergebnisse der Versicherer bescheren Aktionären hohe Dividenden. (zum Beitrag), in VW, 4/2015

Link: Die Hauptversammlung als Live-Übertragung im Internet

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