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Allianz-Chef Diekmann mit Mission-Statements für Markt und Politik

15.07.2013 – diekmannWenn sich der Konzernchef der größten europäischen Versicherungsgruppe, Michael Diekmann, auf ein Rundum-Exklusivinterview einlässt, dann sind Botschaften unterwegs, die nicht nur in der nachrichtenarmen Zeit die Branche aufmischen und um die Welt gehen. Genau diese Infofracht liefert die Wirtschaftswoche mit ihrer heutigen Ausgabe.
In einem Interview der heute erscheinenden Ausgabe der Wirtschaftswoche sorgt sich Allianz-Chef Michael Diekmann um die existenzielle Akzeptanz der Lebensversicherung. Diekmann: „Wenn die Kunden eines Tages sagen, sie wollen weder das Produkt mit der niedrigen lebenslangen Garantie noch das neue Produkt mit den Abschnittsgarantien, muss man sich auch davon verabschieden können“, erklärte der Chef des größten deutschen Versicherers wörtlich in dem Exklusiv-Interview. Diekmann zeigt sich davon überzeugt, dass mangelndes Interesse an Lebensversicherungen und die niedrigen Zinsen die Branche bedrohen würden, heißt es weiter. Die Situation werde nicht einfacher, wenn für lange Zeit ein realer Nullzins bestehe. Zwar sei das System in einem normalen Umfeld auch wegen der harten Regulierung in Deutschland sehr resistent. „Wenn allerdings die Menschen den Glauben an die Lebensversicherung verlieren würden und das Neugeschäft dauerhaft einbricht, wird es für die Industrie schwieriger.“
Diekmann kündigte in dem Magazin weiter an, dass Policen mit lang laufenden Garantien die Kunden künftig mehr kosten werden: „Ich möchte ganz deutlich sagen, dass jede lebenslange Garantie, die man nicht durch entsprechende Kapitalanlagen absichern kann, deutlich teurer werden muss.“ Das sei eine logische Konsequenz der zunehmenden Risikoaversion in den Finanzsystemen. Er zeigte damit auch indirekt Skepsis gegenüber der neuen Produktgeneration der Allianz mit flexibel gestalteten Garantien.
Diekmann belässt es indes nicht nur bei Branchenaussagen. In Richtung Banken unterstützt er die Brüsseler Politik. Der Staat werde künftig nicht mehr für die Einlagensicherung aufkommen. Sie „müssten selbst einen Mechanismus finden, um Einlagen zu garantieren“. Nachbesserungen fordert Diekmann nachdrücklich bei den neuen Kapitalvorschriften nach Solvency II. Dass Aktienanlagen mit bis zu 49 Prozent unterlegt werden müssten und gleichzeitig behandelt würden, als hielte man sie nur ein Jahr, könne nicht so bleiben, sagte Diekmann. Diese nachdrücklich vorgetragene Forderung ist naturgemäß im Zusammenhang zu sehen mit dem jetzt vorgelegten LV-Modell, das auf langfristigen Wertzuwachs über Aktien baut.
In dem gegenwärtig kritischen Licht der sozialen Netzwerke eine Zusammenarbeit der Allianz mit Google in Sachen Vergleichsportale in die Perspektive zu stellen, erscheint mutig. Aber offenbar ist die Wettbewerbssituation der Versicherer so, dass couragierte Schritte aus einer gewissen Marktlethargie nötig sind. Dass Diekmann auch noch klare Worte in Richtung Brüssel und Berlin austeilte, gehört in den Zusammenhang einer offenbar erforderlichen fundamentalen Anpassung künftigen Versicherungsgeschäfts an Haupt und Gliedern.

Foto: Michael Diekmann, Vorsitzender des Vorstands der Allianz SE (Quelle: Allianz)

Link: Wirtschaftswoche

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