Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Alle Wetter

15.09.2016 – Unwetter, Gewitter, Blitz by_Raphael Reischuk_pixelio.deNaturereignisse wie Starkregen oder Unwetter beschäftigen die Menschen seit jeher. Allein im Juni beherrschten die Wetterextreme über mehrere Wochen hinweg weite Teile der Republik. In Baden-Württemberg und Bayern wurden ganze Ortschaften durch Sturzfluten verwüstet, Hamburg wurde von Tornados heimgesucht und Wiesbaden versank im Hagel. Die Versicherer wollen den Naturgewalten nun künftig besser begegnen.

Im Rahmen der Naturgefahrenkonferenz stellten die Versicherer ihr gemeinsames Forschungsprojekt “Starkregen” mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) vor. Die endgültigen Ergebnisse werden zwar erst für 2018 erwartet: dennoch zeichnet sich laut GDV-Präsident Alexander Erdland und DWD-Vizepräsident Paul Becker bereits ab, dass Extremereignisse auf dem Vormarsch sind und es praktisch keine schadenfreien Zonen in Deutschland gibt (siehe MÄRKTE).

Viele Hauseigentümer unterschätzen weiterhin die Gefahr durch Hochwasser, konstatiert eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag des Branchenverbandes GDV. Demnach sind elf der 17,5 Millionen Hausbesitzer in Deutschland nicht gegen Überschwemmungen durch Starkregen oder Hochwasser versichert. Bundesweit sind zudem laut GDV nur 37 Prozent der Wohngebäude gegen Elementarschäden versichert (2002: 19 Prozent). Eine Mehrheit von 51 Prozent gab zudem an, dass eine entsprechende Versicherung schlichtweg zu teuer sei.

Den Bund der Versicherten (BdV) schreckt dies jedoch nicht ab, erneut die Einführung einer flächendeckenden Elementarversicherung für Hauseigentümer zu fordern. “In Gegenden, die von Naturgewalten stark bedroht sind, wird Hauseigentümern die existenziell notwendige Elementarschadenversicherung in der Regel verweigert oder nur zu kaum bezahlbaren Beiträgen angeboten”, sagt BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein: “Dieser Missstand ist nur mit einer Versicherungspflicht zu beheben.”

Zudem sei nach nahezu jeder stärkeren Überschwemmung in Deutschland in jüngerer Zeit der Staat mit milliardenschweren Hilfen zur Stelle gewesen, besonders auch in Wahljahren, konstatiert der BdV. Mit einer flächendeckenden Elementarschadenversicherung wären exorbitante staatliche Zahlungen nach Elementarschäden nicht notwendig, so die Verbraucherschützer.

Mojib Latif, Meteorologe und Klimaforscher am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, sieht in den Unwettern dieses Jahres seine These vom Klimawandel bestätigt. “Der Klimawandel findet statt, ohne jeden Zweifel. So ist die Temperatur der Erde im Zeitraum von 1950 bis 2015 im weltweiten Durchschnitt um ungefähr ein Grad Celsius gestiegen. Auch in Deutschland gibt es einen deutlichen Temperaturanstieg”, so der Experte (siehe DOSSIER). (td)

Bildquelle: Raphael Reischuk / pixelio.de

__________

Weitere Themen im Blick von VWheute:

Kumulrisiko könnte kritisches Thema werden
“Für Versicherer mit größerem Marktanteil könnte das Kumulrisiko zu einem kritischen Thema werden”, sagt Marsh-Geschäftsführer Georg Bräuchle im Exklusiv-Interview gegenüber VWheute angesichts der derzeitigen Gefahr durch Cyberrisiken. Dies könne man sich “wie bei einem flächendeckenden Hagelschaden oder einer Überschwemmung vorstellen: Wenn ein Virus oder Wurm flächendeckend Schäden verursacht und ein Versicherer einen größeren Bestand hat, wird es schwierig”.

Axa kooperiert mit drei Insurtechs
Der französische Versicherungskonzern Axa hat Vertriebspartnerschaften mit Friendsurance, GetSafe und Knip abgeschlossen. Das gemeinsame Ziel der Kundenorientierung verbinde den französischen Versicherer und die Insurtechs. Die Axa ist auch weiterhin auf der Suche nach Partnern zur Entwicklung von fortschrittlichen Versicherungslösungen.

Stornovolumen von Lebensversicherungen geht zurück
Im vergangenen Jahr wurden Lebensversicherungs-Policen im Wert von 13,1 Mrd. Euro storniert. Die Stornoquote sank nach Angaben der Versicherungsvermittlung Policen Direkt auf 2,9 Prozent. Damit ist das Stornovolumen von Lebensversicherungen zum ersten Mal seit vier Jahren gesunken. Im Vergleich zu 2014 waren es sogar rund zwölf Prozent. Mit 13,1 Mrd. Euro liegen die vorzeitigen Leistungen weiter auf einem hohen Niveau.

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten