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Agrarpolitisch Aussätzige

16.01.2015 – Katja SchuldVon VWheute-Redakteurin Katja Schuld. Die Produktion von Lebensmitteln ist immer häufiger mit Risiken behaftet. Die Wetterextreme, die Degradation der Böden und höhere Produktionsintensität aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung sind nur drei Gründe. Das erfordert ein landwirtschaftliches Risikomanagement, bei dem staatlich geförderte Agrarversicherungen ein wichtiges Instrument sind.

Heute öffnen die Tore zur Internationalen Grünen Woche in Berlin. Neben all den Themen nachwachsender Rohstoffe, Bio, ländlicher Raum und Garten darf nicht vergessen werden, dass die deutsche Landwirtschaft sich im internationalen Wettbewerb behaupten muss.

„Der Bedarf an Lebensmitteln wird weiter zunehmen. Entscheidend für unsere Bauern wird sein, in welchem politischen Rahmen sich ihre Wettbewerbsfähigkeit bewegen kann“, fasst Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, es treffend zusammen.

Zu dieser Wettbewerbsfähigkeit gehört es auch, Deckungskonzepte mit staatlicher Unterstützung zu fördern. So ist die staatlich geförderte Ernteversicherung weltweit ein hochaktuelles Thema – gerade aufgrund der eingangs genannten Risiken. In den USA wird eine staatlich geförderte Ernteversicherung schon seit 1939 angeboten. Auch in anderen Ländern gibt es Ernteversicherungssysteme, die in der Agrarpolitik fest verankert sind. Dazu zählen unter anderem China, Brasilien, Indien und Kanada.

Bei unseren europäischen Nachbarn Polen, Niederlande und Luxemburg ist die Ernteversicherung im Modell des Public Private Partnership fester Bestandteil der jeweiligen nationalen Agrarpolitik. Nur in Deutschland nicht. „Speziell für Deutschland werden die Möglichkeiten, die die gemeinsame Agrarpolitik in ihrem Regelwerk vorsieht, nicht genutzt und Tendenzen dazu sind im Moment nicht zu erkennen“, sagt Rainer Langner, Vorstandschef der Vereinigten Hagelversicherung im Interview mit VWheute (siehe DOSSIER).

Extreme Wetterereignisse – dem World Economic Forum zufolge die Nummer Zwei unter den größten globalen Risiken (siehe MÄRKTE) – machen auch vor der Bundesrepublik nicht Halt. Immerhin prüft das Bundeslandwirtschaftsministerium derzeit im Rahmen eines Forschungsprojektes, welche Auswirkungen Extremwetterlagen auf die Landwirtschaft haben. Möglicherweise ergibt sich dann politischer Handlungsbedarf.

 

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