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Zum Greifen nah: Kunsterlebnis mit Versichererrisiken

01.04.2014 – mona-lisa-150Zwar stehen aus der Assekuranzperspektive die möglichen monetären Schäden – so versichert – im Vordergrund, gleichzeitig aber geht es auch um die Bewahrung von Kulturgut. Kunstverluste sind indes kein neues Phänomen: Die Mona Lisa war 1913 infolge eines Diebstahls monatelang verschwunden. Die das Wissen des Altertums versammelnde Bibliothek von Alexandria wurde um 275 ein Opfer kriegsbedingter Wirren.

Bei bibliophilen Schätzen ist es bereits üblich, dass das jeweilige Werk nicht mehr im Original beblättert werden darf. Anders sieht es in Museen aus, deren Exponate zunehmend zu ersatz-religiösen Devotionalien werden. Durch holographische Darstellungen verbunkerter Bestände könnte man wahrscheinlich das Publikum nicht anlocken. Erforderlich bleibt, dass die Sammlung, wenn auch durch Alarme und Lichtschranken geschützt, „zum Greifen nahe“ ist. Nur im Bereich reiner Kunstlager kann es den Trend zu bunkerartigen Aufbewahrungsformen geben, wie sie z.B. Natural Le Coultre in Genf, Singapur und demnächst auch in Luxemburg propagiert.

Die Werte öffentlich zugänglicher Sammlungen unterlagen in den letzten Jahrzehnten einer die Entwicklung bei den Konsumentenpreisen bei weitem in den Schatten stellenden inflationären Entwicklung. Zunehmend ist die Tendenz zu beobachten, solche Sammlungen zu Marktwerten zu versichern. Anlass sind temporäre Ausstellungen, für die der Leihgeber nur bei Nachweis einer adäquaten Deckung bereit ist, sich für einige Monate von seinen Objekten zu trennen. Entsprechend hoch wird der Kumul der Assekuranz je Örtlichkeit und ihr Ruf nach einheitlichen und verlässlich nachgeprüften Mindeststandards.

In den letzten Jahren hatte es so einiges an Schadenfällen gegeben, aus denen Lehren gezogen werden können:

  • Am 24.5.2004 hatte eine vom Nachbargrundstück ausgehende Feuersbrunst für ca. 50 Mio. Pfund Gegenwartskunst vernichtet, die Sammler wie Charles Saatchi sowie die National Gallery und das Tate Modern bei Momart in Ost-London eingelagert hatten.
  • Am 2.9.2004 vernichtete ein Brand 50.000 Bücher und 35 Gemälde der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar, weitere 62.000 Bände wurden beschädigt. Allein der Schaden an den Büchern wird mit 67 Mio. Euro beziffert, die Restaurierung des Gebäudes erforderte 12,8 Mio. Euro.
  • Wohl infolge des U-Bahnbaus war am 3.3.2009 das Kölner Stadtarchiv eingestürzt. Vernichtet wurden nicht nur der Stadt Köln gehörende Archive sondern auch solche von Privaten, etwa den Erben von Heinrich Böll.
  • Ende Oktober 2012 hatte Hurrican Sandy die Stadt New York erreicht. Zahlreiche ebenerdig oder gar unter Straßenniveau gelegene Kunstgalerien sowie ein Lagerhaus der Christie’s Fine Art Storage Services wurden geflutet. Der Marktschaden lag bei ca. einer halben Mrd. US-Dollar.
  • Im Oktober 2012 hatten Diebe ein halbes Dutzend der Leihgeberin Triton Foundation gehörende Werke der klassichen Moderne (u.a. von Picasso, Matisse, Monet, Gauguin and Lucien Freud) aus der Rotterdamer Kunsthal entwendet. (cpt)

 

Foto: Wenn Bilder wie die Mona Lisa abhanden kommen, kann es für die Assekuranz teuer werden.

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