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Zukunftsmodell Klimawandel?

07.09.2015 – Klimawandel_uschi dreiucker_pixelioDer Klimawandel tritt dieser Tage wieder stärker in den Fokus der internationalen Politik – und damit auch der Versicherer. Bis zum Klimagipfel in Paris im Dezember soll ein Entwurf für ein neues Weltklimaabkommen stehen. Die Versicherer sehen im Klimawandel ein potentielles Geschäft. Nikolaus von Bomhard, Vorstandschef der Munich Re, knüpft große Hoffnungen an eine Klimaversicherung für Entwicklungs- und Schwellenländer.

Denn was die Politik in der vergangenen Woche auf der UN-Klimakonferenz mühsam versuchte, auf den Weg zu bringen, haben die Versicherer zum Teil bereits in die Praxis umgesetzt. Beispiel: Klimafolgenversicherung. “Eine faszinierende Idee, deren Zeit gekommen zu sein scheint”, gibt sich von Bomhard optimistisch. Denn: “Die immense Zahl von 400 Mio. Menschen zusätzlich zu versichernden Menschen zeigt die Größe der Herausforderung, aber auch die Größe des Potenzials, wenn es gelingt für die Menschen ein nachhaltiges Versicherungsmodell zu entwickeln”, so der Munich-Re-Chef weiter.

So sind gerade diese Private Public Partnerships zwischen staatlichen und supranationalen Organisationen einerseits und den Rückversicherern andererseits zu einem wichtigen Geschäftsfeld geworden – allen voran für die Hannover Rück. “Ausschlaggebend für unser Wachstum sind eine Reihe von Einzeltransaktionen gewesen, bei denen wir unseren Kunden maßgeschneiderte Konditionen anbieten konnten, die dennoch unseren Margenanforderungen genügen”, berichtet Ulrich Wallin, Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück. Diese betreffen vor allem Verträge in Asien und Nordamerika sowie auf dem Geschäftsfeld der landwirtschaftlichen Versicherungen.

Für die Rückversicherer besitzen die Klimaversicherungen insofern einen gewissen Charme, da sie leicht kalkulierbar sind – vorausgesetzt, die Klimadaten sind gut genug. So erschließen sich für Erst- und Rückversicherer auf einen Schlag eine enorme Zahl von Neukunden, die bislang noch gar nichts mit Versicherungen zu tun hatten. Demnach können die Klimaversicherungen so konstruiert werden, dass die Schäden beispielsweise alle zehn Jahre auftreten und kleiner ausfallen. Voraussetzung für den Erfolg ist allerdings eine funktionierende Schadenregulierung. Aufgrund dessen müssen die frontenden Versicherer zu einer Art Anti-Korruptionsstelle mutieren. (vwh/ba)

Bildquelle: Uschi Dreiucker / pixelio.de

Aus der aktuellen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft (Heft 09/15):

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>Die neue Morphologie: Risiko und Rückversicherer

  • Report: Zum Wachstum getrieben: Die neue Morphologie der Rückversicherer (zum Beitrag)
  • Interview: Versicherungsexperte Stefan Materne: “Im Bereich der Rückversicherung gibt es keinen Kopierschutz” (zum Beitrag)
  • Expert: Kapitalstark (zum Beitrag)
  • Expert: Gute Papiere für schlechte Zeiten (zum Beitrag)
  • US-Urteil zur ausländischen Retrozessionen: Streit um Steuerpflicht (zu Beitrag)
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