Versicherungswirtschaft-heute

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Zukunftsdenken als Wertmaßstab

30.05.2016 – Solte_DirkVon Dirk Solte. Die Versicherungswirtschaft ist, wie kaum eine andere Branche, dazu aufgerufen, sich in die Wertedebatte zur Vertrauenswürdigkeit, zur Bewertung von Sicherheit und ökonomischen, ökologischen und sozialen Risiken, aktiv einzubringen. Schließlich ist die Gewährleistung von Zukunft ein fundamentaler Aspekt des Versicherungsgedankens. Der Gründungsgedanke der Versicherungswirtschaft war vor 70 Jahren die Förderung des demokratischen Staatswesens.

Ausschlaggebend für die Bedeutung des Versicherungsgedankens im Rahmen eines demokratischen Staatswesens ist das Verständnis, die „Weckung und Hebung des individuellen Verantwortlichkeitsgefühls“ als „maßgeblichen Wesenszug der Privatversicherung“ zu begreifen, wie es der Initiator Alex Möller im Geleitwort der ersten Ausgabe der Versicherungswirtschaft im Juni 1946 ausführt.

Damit wird der Individualversicherung nicht nur eine gesellschaftliche Legitimität, sondern gerade auch eine besondere Rolle und Aufgabe zugewiesen, die „eine sittliche Eigenschaft stärkt, die gerade in einer Demokratie unentbehrlich ist“. Das bedeutet, Verantwortung ist ein wichtiger Teilaspekt der Vertrauenswürdigkeit im Sinne einer gemeinwohlorientierten Ausrichtung. „Ich bin nicht Demokrat, wenn ich Demokratie nur dann anwende, wenn sie mir und meinen Zwecken dient, sie aber vergesse, wenn meine persönlichen Wünsche und sachlichen Interessen gefährdet werden könnten“. Damit betont Möller den zum Wertsystem des Versicherungsgedanken gehörenden Aspekt der Solidarität.

Zudem umreißt er die wichtigen Leitlinien für die publizistische Tätigkeit der Versicherungswirtschaft. Ziel ist die „Gelegenheit zu öffentlichen Diskussionen“ zum Zweck „der Verhinderung volkswirtschaftlicher Schäden und der Sicherung wertvoller produktiver Arbeit“. Die Zeitschrift Versicherungswirtschaft „hat nicht die Absicht, in egoistischem Geltungsbedürfnis Interessen zu verfechten, die nicht dem Volke dienen, sondern will genau das Gegenteil“. Dieses Leitbild der Gemeinnützigkeit hat der alleinige Gesellschafter des Verlags Versicherungswirtschaft, der Versicherungswirtschaft e.V., zum Einstieg in das 70. Jubiläumsjahr durch eine Präzisierung seiner Satzung bestärkt: Über das gemeinnützige Engagement im Verein Versicherungswirtschaft e.V. wirken Persönlichkeiten und Institutionen, die sich der Verantwortung für eine zukunftsfähige Ordnung, Gesellschaft und das Gemeinwohl besonders bewusst sind. Miteinander und für andere setzen sie sich für einen offenen Diskurs kritischer Zukunftsfragen zwischen Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ein, in gegenseitiger Wertschätzung und mit dem hohen Anspruch eines in die heutige Zeit übersetzten Versicherungsgedankens Beyond Insurance: „Gewährleistung von Zukunft durch Gestaltung“.

Weltanschaulich und parteipolitisch unabhängig, steht der Verein Versicherungswirtschaft in freundschaftlicher Verbundenheit seiner Mitglieder für das Ideengut, auf dem das Versicherungswesen gründet – ein auf das Gemeinwohl ausgerichtetes Zukunftsdenken als Wertmaßstab gemeinsamer Orientierung für gesellschaftlich und wirtschaftlich nachhaltige Entwicklung.

Bild: Zukunftsforscher Dirk Solte ist Geschäftsführer des Verlags Versicherungswirtschaft und Chefredakteur der Versicherungswirtschaft. (Quelle: vvw)

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Versicherungswirtschaft (Heft 06/16) zur Debatte über das richtige Wertesystem im Zusammenhang mit dem Versicherungsgedanken sowie die Chronik zum 70 Jährigen der Versicherungswirtschaft als Begleiter und Gestalter.

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