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Zu viel Angst um das liebe Geld

15.02.2016 – Mit der Aktienkultur wird das wohl nichts mehr. 15 Jahre nach dem Platzen der Dot-Com-Blase wollen die Deutschen mit dem Teufelszeug Aktien nichts zu tun haben, stellt Value in seiner neuen Ausgabe fest. Das hat vor allem mit mangelnder Finanzbildung zu tun. Für die Vorsorgeberatung ist die „German Angst“ ein schweres Hindernis, denn das Misstrauen gegen Aktien und Fonds ist immens. Das Geld wird lieber klassisch gespart.

Besonders große Angsthasen sind die Deutschen bei ihrer Finanzanlage. Sicherheit geht ihnen ganz klar vor Rendite. Der bedrohlich undurchschaubare Aktienmarkt wird daher von einem Großteil der Bundesbürger nach wie vor konsequent gemieden. Knapp zwei Drittel der deutschen Bevölkerung haben keinerlei Erfahrungen mit Aktien. Das klassische Sparbuch steht hingegen auch in Zeiten von Niedrigzinsen hoch im Kurs. Und das auch, wenn dank Inflation das Vermögen auf den Sparkonten schrumpft.

In den 1990er Jahren hatte sich der Anteil der Besitzer von Aktien und Aktienfonds bis Ende 2001 immerhin annähernd von 16 auf 30 Prozent verdoppelt. Doch das zaghaft gewachsene Vertrauen wurde mit dem Platzen der New-Economy-Blase zerstört. Ein Schock, den die Deutschen den Wertpapieren bis heute nicht verziehen haben.

"German Angst"

(Klicken zum Vergrößern) Grafik: Aktienkauf bleibt vor allem für die, die schon haben, eine Option. (Quelle: Value – Das Beratermagazin)

Während im Millenniumsjahr 61 Prozent der Bundesbürger auf den Begriff “Aktie” mit spontaner Sympathie reagierten und nur 26 Prozent mit Antipathie, ist die Reaktion heute praktisch spiegelverkehrt: 60 Prozent reagieren mit spontaner Antipathie, nur jeder Vierte positiv.

Die furchtsame Sicht auf Aktien und Fondsanlagen setzt sich auch in den jungen Generationen fort. Für die Altersvorsorge könnte die „German Angst“ fatale Folgen haben. Berater weisen darauf hin, dass in der Sparphase eine Nettorendite von fünf Prozent das Ziel sein sollte. Mit einem Sparkonto ist das heute nicht mehr zu schaffen. So würde es beim aktuellen Zinsniveau 300 Jahre dauern, bis sich das Vermögen verdoppelt hätte. (jko)

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