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Zentrale Herausforderungen globaler Policen – internationale D&O nicht complient?

17.04.2015 – euroforum_2015_kaspar_150Nach den Sanktionen gegen Russland haben zahlreiche Versicherungsunternehmen ihr Geschäft vor Ort zurückgefahren oder wollen dem Land ganz den Rücken kehren. Bis zu 20 Prozent Rückgang sind am Markt zu konstatieren. Auf der Euroforum-Konferenz in München warb Frank Drolsbach von FM Global mit Erfahrungen in der Moskauer Dependance für Zuversicht. Der Riesenmarkt sei komplex, deutsche Bürokratie zum Quadrat inklusive, bleibe aber interessant. Bei der Betrachtung der zentralen Herausforderungen globaler Policen stand auch das Thema D&O im Fokus. Im Interview mit VWheute legt Michael Hendricks den Finger in die Wunde.

D&O-Experte Michael Hendricks, Geschäftsführer von Hendricks & Co GmbH und Teil der international aktiven Howden Broking Group mit 51 Standorten in 18 Ländern, registriert eine sehr starke Nachfrage nach D&O, national wie international. Das versicherungsunabhängige Beratungshaus entwickelt eigene Policen und setzt diese bei den D&O-Versicherern durch.

VWheute: Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit zwischen Versicherern und Vermittlern bei internationalen Versicherungsprogrammen?

Michael Hendricks: Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich die Zusammenarbeit als sehr kooperativ empfinde. Wir haben allerdings Schwierigkeiten mit solchen Versicherern, die wenig Präsenz im Ausland haben wenn es darum geht, lokale Policen vor Ort in den jeweiligen Ländern zur Verfügung zu stellen. Da sind wir auf die großen Player, wie Allianz, Zürich, Axa und so weiter angewiesen.

VWheute: Wie sind im internationalen Tagesgeschäft Licht und Schatten verteilt, wo drückt der Schuh beim Thema D&O?

Michael Hendricks: Der Schuh drückt, wenn es um internationale Programme geht, bei den mittelständischen Kunden, die sich sehr Vergnügen mit einem absolut niedrigen D&O-Prämienaufkommen, d.h., sie bekommen ja eine Millionen Deckungssumme für weniger als 1.000 Euro bei bestmöglicher Deckungsqualität. Wenn sie für solch einen Kunden ausländische Policen platzieren wollen, dann verdreifacht, vervierfacht, verfünffacht sich die Prämienbelastung. Da drückt der Schuh!

VWheute: Was kann man dagegen unternehmen?

Michael Hendricks: Nicht complient sein.

VWheute: Aber das ist doch risikobehaftet?

Michael Hendricks: Sicher ist es richtig, Recht und Ordnung zu achten. Das Risiko hier ertappt zu werden, ist aber deshalb relativ gering, weil es im Ausland bei mittelständischen Unternehmen noch, muss ich betonen, ausgesprochen wenige D&O-Haftungsfälle gibt. Das bestätigen auch die Versicherungsgesellschaften.

Über weitere Probleme des internationalen Versicherungsgeschäfts, die zunehmende Regulierung und den Boom bei D&O-Versicherungen für den Mittelstand spricht D&O-Experte Michael Hendricks exklusiv im Interview mit VWheute-Redakteur Alexander Kaspar. (vwh/ak)

Bild: Zentrale Herausforderungen globaler Policen standen auf dem Prüfstand beim Euroforum in München. (Quelle: ak)

Link: Interview mit Michael Hendricks, D&O – Experte

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