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Zehn Jahre EU-Osterweiterung

30.04.2014 – eu-flaggeDie EU-Osterweiterung im Jahr 2004 war die größte Erweiterungsrunde in der Geschichte der Europäischen Union. Die Zahl der Mitgliedstaaten wuchs durch den Beitritt von Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Slowenien und Zypern sprunghaft von 15 auf 25. Wie haben sich die Versicherungsmärkte dieser Länder in den letzten Jahren entwickelt?

Das Fazit zur EU-Osterweiterung, das in Politik und Wirtschaft vielfach bereits einige Tage vor dem Beitrittstag 1. Mai gezogen wird, ist durchweg positiv. In ihrer Regierungserklärung im Januar 2014 stellte Bundeskanzlerin Angela Merkel die EU-Osterweiterung in ihrer geschichtlichen Dimension in eine Reihe mit dem Fall der Mauer. In zahlreichen Studien heben Unternehmensverbände und Wissenschaft hervor, dass sich die Ängste nicht bewahrheitet haben, beispielsweise negative Effekte auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland ausgeblieben sind. Kommentatoren loben die politische Stabilisierung und den gesellschaftlichen Aufbruch in den neuen Mitgliedsländern. Dies zeigt sich auch im Geschäft der Versicherer. Talanx beispielsweise bezeichnet heute den polnischen Markt als zweiten Kernmarkt neben Deutschland (siehe Versicherungswirtschaft heute vom 24.04.2014).

Insurance Europe, europäischer Dachverband der Versicherer, weist in seinem aktuellen Zahlenwerk vom Februar 2014 interessante und keineswegs einheitliche Entwicklungen für die zehn Beitrittsländer von 2004 aus. Größter Versicherungsmarkt ist Polen, das auch das einwohnerstärkste Beitrittsland war, an zweiter Stelle folgt Tschechien, dann die Dreiergruppe Slowakei, Slowenien und Ungarn. Bei den Prämieneinnahmen pro Kopf liegen alle Beitrittsländer unter dem EU-Durchschnitt. Allerdings kann nicht pauschal abgeleitet werden, dass alle Länder weiterhin einen großen Nachholprozess vor sich und die westlichen EU-Länder einen großen Vorsprung haben. Beispielsweise hat Slowenien 2012 bei den Prämieneinnahmen pro Kopf schon fast das Niveau Portugals erreicht. Ein anderes Bild ergibt sich beim Vergleich der Prämieneinnahmen ausgedrückt in Prozent des BIP. Slowenien erreicht hier mit knapp sechs Prozent ebenfalls die höchsten Werte der zehn Länder und hat damit Spanien und Österreich überholt.

Die Dynamik in den einzelnen Ländern ist sehr unterschiedlich. Vom Beitrittsjahr 2004 bis 2012 wuchs das Prämienvolumen in Polen um fast 150 Prozent, in Ungarn hingegen lediglich um gut elf Prozent. Auffällig ist, dass die Finanzkrise einen deutlichen Einfluss auf die Entwicklung der Versicherungsmärkte hat und die Wachstumsdelle bis heute nachwirkt. Fünf Länder (Estland, Lettland, Malta, Polen und Ungarn) haben 2012 im absoluten Prämienvolumen die Werte der Jahre 2007 bzw. 2008 noch nicht wieder erreicht.  (mh)

Bild: Diese Fahne weht seit zehn Jahren auch in Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei, Tschechien, Ungarn, Slowenien und Zypern. (Quelle: vwh)

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