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Yuan-Abwertung: Risiko für deutsche Exporteure

14.08.2015 – yan_heng_k-0814-150Von VWheute-China-Korrespondent Heng Yan.

Chinas Zentralbank hat eine offizielle Erklärung zur Yuan-Abwertung abgegeben. Gefallen sei die Entscheidung nach Veröffentlichung der Finanzkennzahlen für den chinesischen Gesamtmarkt. Die Maßnahme sei ein Zeichen für die Unabhängigkeit des Geldhauses: Die Zentralbank habe sich ohne Zutun der Regierung dazu entschieden.

Was sagen aber die Finanzkennzahlen? Nach Aussage der Zentralbank ist der Yuan in letzter Zeit gegenüber dem US-Dollar zu stark gewesen. Außerdem wurde die Verdopplung des Überschusses im Außenhandel in den ersten sieben Monaten dieses Jahres als einer der Abwertungsgründe genannt. Auch soll ein starker Kapitalabfluss ins Ausland eine Rolle gespielt haben. Nach Schätzungen von Morgan Stanley sollen in den letzten fünf Quartalen insgesamt etwa 500 Mrd. US-Dollar ins Ausland gewandert sein. Um das alles zu korrigieren bzw. abzumildern, sieht sich nun die Zentralbank auf den Plan gerufen.

Was die Auswirkungen angeht, stärkt die Abwertung sicherlich das chinesische Exportgeschäft und verteuert die Importe. Für die Exportindustrie im Westen, besonders für die Automobilbranche in Deutschland, könnte das zumindest theoretisch eine bremsende Wirkung haben. “Deutschland exportiert sieben Prozent seiner Waren nach China. Fast ein Viertel davon entfällt auf die Automobilbranche. Die Zahlen des ersten Halbjahrs waren bereits enttäuschend, vor allem aufgrund der sinkenden Nachfrage aus China”, sagt Mahamoud Islam, Senior Volkswirt bei der Euler Hermes Gruppe. “Der Preisschock könnte die Lage für deutsche Exporteure weiter verschlimmern.” Andere Marktbeobachter gehen davon aus, dass zumindest die Autos der Oberklasse von der Entwicklung nicht negativ berührt werden dürften. Leicht gestiegene Preise sollen für die chinesische soziale Oberklasse eher keine Rolle spielen.

Die immer offensiver agierenden chinesischen Investoren wie die Fosun International und Anbang Insurance indes werden möglicherweise wegen abnehmender Kaufkraft bei Übernahmen westlicher Unternehmen vorsichtiger sein. Wie wird es weiter gehen? Nach Angaben der Zentralbank gibt es keine Grundlage für eine dauerhafte Abwertung der chinesischen Währung. Zugleich betonte man, dass die Zentralbank weiterhin plant, die Kursgestaltung in Abhängigkeit vom Markt vorzunehmen. Einer Studie des Forschungsinstituts Anbound in Peking zufolge wird die Yuan-Abwertung wohl in gemäßigter Form weitergehen. Bis zum Ende des Jahres wird der Kurs zum US-Dollar schätzungsweise zwischen 6,40 und bis 6,45 US-Dollar liegen. (hy)

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