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Wirtschaftskrise belastet Rentensysteme

02.12.2015 – renter_pixelioDie Folgen der weltweiten Finanzkrise drücken weiter auf die internationalen Rentensysteme, lautet das Ergebnis des gestern vorgestellten OECD-Rentenberichts. Die wirtschaftliche Erholung kommt in den meisten Mitgliedstaaten nur schleppend voran mit der Folge, dass die Rentenbeiträge weiter niedrig bleiben. Gleichzeitig mache der fiskalische Druck weitere Reformen der staatlichen Rentensysteme umso dringlicher, erklären die Experten.

Eine Folge: Viele Staaten haben bereits das Rentenniveau gesenkt, die Lebensarbeitszeit verlängert und die Anreize für eine Frühverrentung beendet. Demnach gehen die Experten der OECD davon aus, dass das Renteneintrittsalter im Durchschnitt von 64,0 Jahren im Jahr 2014 auf 65,5 Jahre steigen wird. Allerdings gehen die Experten ebenfalls davon aus, dass sich die durchschnittlichen Nettoersatzquoten der Rentensysteme in den OECD-Staaten auf durchschnittlich 63 Prozent belaufen werden. Allerdings reiche das Spektrum von 27 Prozent in Mexiko bis 111 Prozent in der Türkei.

Auch in Deutschland machen sich die Folgen der Gesetzesnovellierungen im deutschen Rentensystem und der demografische Wandel bemerkbar. Demnach wird die Bundesrepublik aufgrund der raschen Alterung in der Bevölkerung bis 2050 etwa 12,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für die Finanzierung der gesetzlichen Renten aufbringen. Zum Vergleich: Der EU-Durchschnitt liegt laut OECD-Bericht bei etwa zehn Prozent.

Vor allem Erwerbstätige mit kurzen Erwerbsbiografien müssen laut OECD-Bericht in vielen Industrieländern mit verkürzten Rentenleistungen rechnen. Dies betrifft laut OECD besonders Frauen: Eine Durchschnittsverdienerin, die ihre berufliche Tätigkeit wegen der Kindererziehung für fünf Jahre unterbricht, büßt durchschnittlich rund vier Prozent ihres Renteneinkommens ein. Am stärksten fallen diese Einschnitte laut OECD-Bericht in Deutschland aus.

Eine weitere Folge: Die durchschnittliche Rente liegt in Deutschland niedriger als in den meisten anderen OECD-Staaten. Demnach erhalten Menschen, die nie in die Rentenkassen eingezahlt haben, eine Rente von etwa 19 Prozent des Durchschnittsverdienstes. Zum Vergleich: Der OECD-Schnitt liegt bei etwa 22 Prozent. Arbeitnehmer, die ihr gesamtes Erwerbsleben in die Rentenversicherung eingezahlt haben, können mit einer Rente von etwa 53 Prozent des bisherigen Einkommens rechnen. Der OECD-Schnitt liegt hier bei 75 Prozent. Für die deutschen Durchschnittsverdiener rechnet die OECD mit einer Rente von etwa 50 Prozent des Einkommens. Zum Vergleich: Der OECD-Schnitt liegt hier bei 63 Prozent. (vwh/td)

Link: Der vollständige Rentenbericht der OECD

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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