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“Wir leben länger, als wir denken”

13.11.2015 – Rentner_Petra Bork_pixelio“Wir leben länger, als wir denken”, konstatiert Jörg von Fürstenwerth, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), in seiner jüngsten Kolumne. Dies hat Auswirkungen auf die künftige Rentenentwicklung, wie die jüngst vorgestellte “Rentenperspektiven 2040″ des Branchenverbandes belegt.

Ein zentrales Ergebnis: Insgesamt werden die Rentner in Deutschland zwar mehr bekommen – um am Ende dann aber doch weniger im Geldbeutel zu haben. Demnach werden die Rentenanpassungen im Durchschnitt so hoch sein, dass die derzeitige Inflation damit mehr als nur ausgeglichen wird. Allerdings werden die Löhne bis 2040 schneller steigen als die Renten, lautet ein Ergebnis der Studie. So steigt der Beitragssatz zwar von 18,7 Prozent spürbar auf 24 Prozent. Allerdings werde das Bruttorentenniveau von heute rund 46 Prozent auf 39 Prozent im Jahr 2040 sinken.

Gravierende Unterschiede wird es laut Studie auch bei der Rentenentwicklungen in den einzelnen Regionen geben. Demnach werde es vor allem in den wachstumsstarken Kreisen in Zukunft überdurchschnittlich hohe Renten geben – darunter beispielsweise in Bayern, Hamburg oder weiten Teilen von Baden-Württemberg. Im Umkehrschluss werden die Rentenansprüche in den wachstumsschwachen Regionen wie beispielsweise in Ostdeutschland künftig deutlich geringer ausfallen.

Entscheidend ist allerdings nicht nur die Rentenhöhe, sondern auch die Frage, was man sich dafür leisten kann. So ist ein Renteneuro in München beispielweise 23 Prozent weniger wert als der Bundesdurchschnitt. In Holzminden liegt er laut Studie hingegen 16 Prozent darüber.

Auch die “wirtschaftlichen Kraftzentren” werden künftig eine gewichtige Rolle bei der Rentenhöhe spielen, so die Studie weiter. So bieten jene Landkreise gute Voraussetzungen für hohe Rentenansprüche, in denen eine hohe Wertschöpfung vorhanden ist, die Erwerbstätigkeit zunimmt und sowie eine starke Einkommensentwicklung bei gleichzeitig niedriger Arbeitslosigkeit zu verzeichnen ist. Allerdings dürfte sich die Kaufkraft kaum nachteilig auf die Renten auswirken. So unterscheide sich die Rentenkraft eines Ingenieurs laut GDV im wachstumsschwachen Schwerin kaum von der seines Kollegen in Hamburg.

Das künftige Rentnerparadies liegt jedenfalls laut GDV-Studie in Bayern nahe der tschechischen Grenze. Demnach profitiere die Region zum einen von einem starken Wirtschafts- und Gehaltswachstum. Zum anderen pendeln Arbeitnehmer mit sehr niedrigen Lebenshaltungsregionen aus nahegelegenen Wachstumsregionen nach Bayern. Daher verfüge ein Elektroinstallateur aus dem Landkreis Hof eine um mehr als 50 Prozent höhere Rentenkaufkraft als sein Kollege in München. (vwh/td)

Bildquelle: Petra Bork / pixelio.de

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