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Wieviele Schulden kommen auf Deutschland zu?

19.09.2013 – Die Eurokrise beherrscht seit 2009 die wirtschaftliche und politische Lage Europas. Doch wie teuer könnte die Rettung den deutschen Staat im Falle einer Insolvenz der Krisenstaaten kommen? Das ifo Institut errechnete eine potentielle Haftung Deutschlands von 643 Mrd. Euro, sollten Griechenland, Irland, Portugal, Spanien, Italien und Zypern zahlungsunfähig werden und aus der Eurozone austreten.

Frankreich käme auf 484 Mrd. Euro, die Niederlande auf 138 Mrd. Euro und Österreich auf 67 Mrd. Euro. Bei einem Zusammenbruch des Euro in Folge der Insolvenz beliefe sich der deutsche Verlust auf 526 Mrd. Euro. Diese maximale Haftungssumme, auch Haftungspegel genannt, beinhaltet zum einen Käufe von Staatspapieren durch die Notenbanken des Eurosystems. Deutschland hatte hier eine Summe von 51 Mrd. Euro ausgegeben.

Zweitens stellte man unter den einzelnen Rettungsschirmen Finanzhilfen zur Verfügung. Als vorläufige Instrumente dienten der Europäische Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM) und die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), die im Mai bzw. Juni 2010 starteten. Ein ständiges Instrument wurde erst im Herbst 2012 mit dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) etabliert. In die Berechnung des deutschen Haftungspegels flossen dabei sowohl bereits ausgezahlte Finanzhilfen als auch bisher nur vereinbarte sowie die Beiträge des Internationalen Währungsfonds (IWF). Zu den bereits gelieferten deutschen Hilfen unter den Rettungsschirmen (z.B. an Griechenland in Höhe von 80 Mrd. Euro) addierte sich der Beitrag zum ESM-Stammkapital in Höhe von 190 Mrd. Euro.

Drittens bezog das ifo-Institut Kredite innerhalb des europäischen Abwicklungssystems für Inter-Bankentransaktionen „Target“ an die Notenbanken der notleidenden Länder mit ein. Target-Kredite werden möglich, weil die jeweiligen nationalen Notenbanken der kreditnehmenden Länder ihren Geschäftsbanken mehr Refinanzierungskredite gewähren und mehr Geld schöpfen, als für die Eigenversorgung des Landes mit Zentralbankgeld nötig ist.
Wichtig für die Berechnung der deutschen Haftungssumme waren auch Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber dem Eurosystem, die sich dadurch ergeben, dass einzelne Länder de facto weniger bzw. mehr Banknoten in Umlauf brachten, als es ihrem Anteil am Kapitel der Europäischen Zentralbank entspricht.

Der Versicherungskonzern Munich Re traf bereits im Herbst 2012 Vorkehrungen für einen Zusammenbruch der Euro-Zone und entwickelte einen entsprechenden Notfallplan. „Wir bereiten unser Unternehmen auf alles vor”, sagte Torsten Jeworrek, Vorstandsmitglied bei Munich Re.

Links: Haftungspegel – Rettungsmaßnahmen und die deutsche Haftungssumme, Munich-Re-Chef kritisiert Frankreich, Munich bereitet sich auf Euro-Kollaps vor, Deutsche Haftung höher als Schäuble angibt, Sagt Parteien, wie löst ihr die Eurokrise?

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