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Wie sicher sind Betriebsrenten?

03.09.2013 – Am Wochenende wurde bekannt, dass die Lufthansa massive Einsparungen bei den Betriebsrenten plant. Der Tarifvertrag, in dem diese geregelt werden, soll von der Geschäftsführung zum 31. Dezember gekündigt werden, um Kosten zu sparen. Betriebsrenten galten bisher als sicher. Jetzt aber bereitet das Dauertief bei den Zinsen vielen Firmen in Deutschland Sorgen. „Die Pensionsverpflichtungen sind ein Riesenproblem für viele Unternehmen“, sagte Jörg Schneider, Finanzchef des Rückversicherers Munich Re. „Sollte die Niedrigzinsphase länger andauern, kann das zu einer ernsten Herausforderung werden“, warnte auch Siemens-Vorstand Joe Kaeser.

Auch die Lebensversicherer stecken wegen niedriger Zinsen in der Krise. Markus Faulhaber, Vorstandsvorsitzender der Allianz Leben forderte daher jetzt eine höhere staatliche Förderung – und die automatische Mitgliedschaft bei der Betriebsrente. Diese Aussage zeigt, dass die Versicherer hohe Erwartungen in die betriebliche Altersvorsorge haben, doch die jüngste Ankündigung der Lufthansa lässt aufhorchen. Auch die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba) kritisierte im Mai 2013 die Niedrigzinspolitik der EZB in deutlichen Worten: Man verkenne nicht die Herausforderungen für die EU-Staaten, so ihr Vorsitzender Heribert Karch: „Wir warnen aber davor, dass die erheblichen Anstrengungen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zum Aufbau von Betriebsrenten durch die Niedrigzinspolitik großen Schaden nehmen können.“
Bereits Anfang des Jahres 2013 kam eine Studie der Unternehmensberatung Towers Watson zu dem Ergebnis, dass das Polster, auf dem die Pensionsverpflichtungen der Dax-Konzerne aufbauen, deutlich dünner geworden ist.

Waren 2011 noch 65 Prozent der Pensionsverpflichtungen durch spezifische Pensionsvermögen ausfinanziert, so waren es im vergangenen Jahr nur noch 61 Prozent. Das ist immerhin der niedrigste Wert seit 2005. Die Konzerne haben nach Angaben der Studie mit den extremen Niedrigzinsen zu kämpfen, was dazu führt, dass die Lücke zwischen den Pensionsverpflichtungen und dem dafür angesparten Vermögen im vergangenen Jahr deutlich gewachsen ist. Deutlich weniger als zwei Drittel der Verpflichtungen sind bei den 30 Dax-Konzernen inzwischen im Durchschnitt nur noch durch Vermögen in speziell dafür vorgesehenen Töpfen gedeckt. Thomas Jasper, Leiter des Beratungsbereichs „betriebliche Altersversorgung“ bei Towers Watson, sieht die Situation dennoch relativ optimistisch: „Man sollte nicht übersehen, dass die bAV einen sehr langfristigen Anlagehorizont hat. Von der Erteilung einer Pensionszusage bis zur Auszahlung der ersten Rente können Jahrzehnte vergehen. Somit besteht für Unternehmen und ihre Mitarbeiter die Chance, Ertragsschwankungen in ihren Pensionsvermögen langfristig auszugleichen.“

Links: Lufthansa will bAV kürzen, Ausfinanzierungsgrad der Betriebspensionen gesunken, Niedrigzinsumfeld erfordert Umdenken

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