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Wie entsteht ein Wintersturm?

06.12.2013 – wintersturm-kuesteSturmtief “Xaver” hält Menschen, Unternehmen und Versicherer in Atem. Für die nächsten 30 Stunden rechnen die Meteorologen mit orkanartiken Windböen, mehreren Sturmfluten und entsprechenden Schäden an Infrastruktur und sonstigem Landschaftsmobiliar. Die Vorwarnzeit war dieses Mal lang genug um empfindliche Güter, Tiere und Menschen in Sicherheit zu bringen. Stellt sich die Frage, wie entsteht ein solcher Wintersturm und wie lassen sich erste Anzeichen rechtzeitig identifizieren. Aus gegebenem Anlass sei auf eine Untersuchung der München Rück verwiesen.

Winterstürme entstehen über dem Nordatlantik, der Wetterküche Europas. Dort, wo kalte trockene Luft vom Norden auf feuchtwarme Subtropenluft vom Süden trifft, bilden sich großräumige Tiefdruckwirbel. Die Sturmintensität innerhalb dieser Verwirbelungen steigt dabei proportional mit dem Temperaturunterschied der beiden Luftmassen an. Nun kommt die Corioliskraft ins Spiel: eine Kraft, die bedingt, dass jede bewegte Masse, also auch Luft, quer zu ihrer Bewegungsrichtung abgelenkt wird. Bei uns, auf der Nordhalbkugel der Erde, werden die Luftmassen der Polarzone dadurch im Uhrzeigersinn auf eine Kreisbahn gelenkt: Ein Wirbelsturm entsteht. Die maximalen Windgeschwindigkeiten liegen bei 140 bis 200 km/h, in exponierten Küstenlagen und auf höheren Bergen können sie auch weit über 250 km/h erreichen. Das Sturmfeld der außertropischen Stürme kann dabei bis zu 2.000 km breit werden.

Ein wichtiger Auslöser für Stürme und gleichzeitig der Grund dafür, dass sie immer über dem Meer entstehen, ist der Wasserdampf. An der Meeresoberfläche verdampft Wasser und steigt mit der warmen Luft in die Atmosphäre auf. Ein Phänomen, das jeder von kochendem Wasser auf dem Herd kennt. Bei der Entstehung eines Sturmes in der Polarfront des Nordatlantiks kühlt sich die warme Tropenluft aus physikalischen Gründen wieder ab, während sie aufsteigt und sich über die kalte Polarluft schiebt. Sie kann den in ihr enthaltenen Wasserdampf dann nicht mehr halten, der Dampf kondensiert zu Wolkentröpfchen. Dabei werden große Mengen an Energie frei, die für die Entstehung des Sturmes nötig sind und für hohe Windgeschwindigkeiten sorgen. Die meisten Winterstürme ziehen entlang einer Schneise, die von Frankreich nach Norwegen verläuft. Innerhalb dieser Schneise ist die Zugbahn aber erst wenige Stunden vor dem Sturm vorhersagbar. Denn der Bereich des stärksten Windes ist sehr schmal und wird von vielen spontanen Prozessen bestimmt. (vwh)

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