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“Weg von der Spartendenke”

19.10.2016 – Eurich - quelle lierAngesichts des bevorstehenden Wahlkampfs und der neu entbrannten Debatte um die Bürgerversicherung kann Barmenia-Vorstandschef Andreas Eurich derzeit keine “Zitterpartie im Geschäftsverlauf erkennen”. Dennoch sei der Versicherer “stark in der Personenversicherung unterwegs und damit von den politischen Entwicklungen abhängig”, betont er gegenüber VWheute.

VWheute: Die Bundestagswahlen stehen an. Gibt es wieder eine Zitterpartie für die PKV?

Andreas Eurich: Eine Zitterpartie kann man zumindest vom Geschäftsverlauf nicht erkennen – ganz im Gegenteil. Wir wachsen gegenüber dem Vorjahr in der Vollversicherung spürbar. Man hört aber, dass die Bürgerversicherung wieder auf die Agenda kommen könnte. Bei den letzten Bundestagswahlen haben wir das deutlich zu spüren bekommen.

VWheute: Über 80 Prozent Ihres Geschäfts ist Krankenversicherung. Wie gehen Sie mit diesem Wechselbad der Gefühle um Ihre Existenz um?

Andreas Eurich: In der Tat sind wir stark in der Personenversicherung unterwegs und damit von den politischen Entwicklungen abhängig. Das gilt für Kranken, aber auch für Leben, wenn man an das Lebensversicherungsreformgesetz denkt. Ein Wechselbad der Gefühle gibt es da immer wieder. Das ist auch mit ein Grund dafür, dass wir uns strategisch stärker in Komposit positionieren. Die Barmenia Allgemeine ist ein kleiner Versicherer mit über 130 Mio. Euro Prämie, der in den letzten vier, fünf Jahren dynamisch gewachsen ist.

VWheute: Wie sind die Reaktionen der Leistungserbringer auf die LM+?

Andreas Eurich: LM+ ist noch nicht so weit, dass wir mit bestimmten Themen auf die Leistungserbringer zugehen. Ziel ist es, Netzwerke im Gesundheitsmarkt auszubauen. Hinter LM+ steht die Überlegung, Schnittstellen zu Ärzten und Krankenhäusern zu etablieren und zu nutzen. Dafür sind die Marktanteile der Einzelunternehmen zu klein – zumal auf der anderen Seite die riesige GKV steht, die jetzt über das E-Health-Gesetz gezwungen ist, auf digitale Lösungen umzustellen.

VWheute: Wie bewerten Sie die Entwicklung um die digitalen Krankenversicherer Ottonova und Oscar?

Andreas Eurich: Wir verfolgen das mit großer Aufmerksamkeit. Möglich, dass sie den Beweis antreten, dass man auch Vollversicherungen digital verkaufen kann. Die Antwort auf die Frage, wie sieht Krankenversicherung heute aus, ist sehr spannend. Ein Unternehmen, das auf der grünen Wiese ohne Vorlasten agiert, kann diese Frage anders stellen als ein mehr als 100-jähriger Versicherer mit einem Bestand und gewachsenen Strukturen. Natürlich fragen wir uns auch: Was will der Kunde? Aber wir fragen mit einer bestimmten Vorprägung.

Die Fragen stelle VWheute-Korrespondentin Monika Lier.

Das vollständige Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Versicherungswirtschaft.

Bild: Andreas Eurich, Vorstandsvorsitzender der Barmenia. (Quelle: lie)

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