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Währungsverfall in Asien – Reaktion der Versicherer

27.08.2013 – Der Crash in Indonesien ist aktuell die große Geschichte an den globalen Finanzmärkten. Auch andere asiatische Aktienindizes und Währungen verfallen rasant und lassen Vermutungen nach einer erneuten Asienkrise hochkommen. 1997 war Thailand der Ausgangspunkt der Krise, heute sind es die BRIC-Staaten. Brasilien, Russland und China schwächeln schon seit 2010/2011. Indien aber ist nun das Land, welches die größte Mauer einreißt.

Trotz der sich abzeichnenden Krise hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) anlässlich der Mitte August beginnenden Sitzungsperiode des indischen Parlaments für eine rasche Lockerung der Kapitalbeschränkungen für ausländische Versicherer in Indien plädiert und damit den Vorstoß des internationalen Versicherungsverbandes Global Federation of Insurance Associations (GFIA) unterstützt. Ein Gesetzesvorhaben, das bereits vom Kabinett gebilligt wurde, sieht vor, die Beteiligungsgrenze für ausländische Versicherer an indischen Anbietern von 26 auf 49 Prozent anzuheben. Ferner soll es Rückversicherern ermöglicht werden, Niederlassungen in Indien zu gründen. Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des GDV, erklärt, dass eine Öffnung des indischen Marktes für die Deutschen Versicherer von strategischer Bedeutung sei, da Indien mit seinen rund 1,2 Milliarden Menschen zu den wichtigsten Wachstumsmärkten zählt.
Die Allianz hat hierzu Anfang August das Working Paper „Ende des Emerging Market-Booms?“ veröffentlicht und beantwortet diese Frage mit einem „nein“. Von den Schwellenländern werden auf Sicht von 10 bis 20 Jahren maßgebliche Impulse für die Weltwirtschaft ausgehen. Sie werden auch weiterhin spürbar schneller wachsen als die Industrieländer. Insgesamt sieht die Allianz die Kapitalabflüsse der vergangenen Wochen und Monate nicht als Alarmzeichen für die langfristige Entwicklung – zumindest nicht was das Gros der Länder betrifft. Die „Wachstumsstory“ der Emerging Markets sei grundsätzlich weiter intakt. Insofern wird die Korrektur an den Finanzmärkten der Schwellenländer von vorübergehender Natur sein. Diese Volkswirtschaften bleiben auf Grund ihres beschriebenen Wachstumspotenzials auch künftig attraktiv für Investoren. Die gegenwärtige Konsolidierungsphase könnte daher durchaus noch interessante Einstiegsmöglichkeiten in den kommenden Monaten eröffnen.
Anfang August 2013 hat die Ergo ihr Engagement in Vietnam verstärkt und weitere zehn Prozent Anteile an der Global Insurance Company (GIC) erworben. Damit hält Ergo jetzt 35 Prozent an dem Schaden- und Unfall-Versicherer und auch in Indien ist das Engagement von Ergo immer noch hoch. Andreas Matthias Kleiner, Mitglied des Vorstands der Ergo International AG, verantwortlich für Asien erläutert: „Mikroversicherungen werden in den kommenden Jahren in Schwellenländern stark an Bedeutung zunehmen. Der weltweite Bedarf wird auf 1,5 bis 3 Milliarden Euro geschätzt, Versicherungsunternehmen erwarten in den kommenden vier bis fünf Jahren eine Wachstumsrate von 100 Prozent.“ Des Weiteren ist Hdfc Ergo einer der größten Anbieter von parametrisch-getriggerten Wetterversicherungen und bietet diese mittlerweile in 14 der 28 Staaten Indiens an. Insgesamt hat Hdfc Ergo im vergangenen Geschäftsjahr in diesem Segment über 40 Millionen Euro Bruttoprämien gezeichnet. Das ist fast eine Versechsfachung im Vergleich zum Vorjahr. Die Ergo Versicherungsgruppe hat zudem mit der Avantha Gruppe in Indien ein Joint Venture Abkommen unterzeichnet. Die zukünftige „Avantha Ergo Life Insurance Company“ wird ihren Sitz in Mumbai haben und der Geschäftsbetrieb soll Anfang 2014 starten, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung. Ergo möchte diesen Anteil ausbauen, sobald es das regulatorische Umfeld zulässt. Auch die sich derzeit abzeichnende Krise in Indien führt im Moment noch zu keinen Änderungen dieser Pläne.
Erst 2012 hat auch die Talanx-Gruppe ihr Industrieversicherungsgeschäft in Indien gestartet. Die zur Talanx gehörende Hdi-Gerling hat mehr als dreißig Millionen Euro in das Joint Venture investiert und damit 26 Prozent der Anteile an dem Unternehmen Magma Hdi General Insurance Co. (Magma Hdi) erworben. Vorstandschef Herbert Haas erläuterte in Bezug auf ein erwartetes Prämienwachstum von vier bis acht Prozent jährlich, dass Impulse vor allem aus Auslandsmärkten wie Indien kämen, wo Talanx mit Magma eine Beteiligung an der fünftgrößten Finanzierungsgesellschaft des Landes hält.

Auch Asoka Wöhrmann, Co-CIO der Deutsche Asset & Wealth Management (DAWM) prognostiziert ähnlich wie die Allianz, das die wirtschaftliche Schwäche in den Schwellenländern nur kurzfristig sein wird: „Investoren werden schon bald wieder Vertrauen in die Schwellenländer schöpfen. Bis das zuletzt abgezogene Geld aber vollständig zurückkommt, wird es noch etwas dauern. Ein Vergleich mit der Asienkrise von 1997 ist überzogen. Die Schwellenländer stehen heute sehr viel besser da als vor 16 Jahren, sowohl was die Verschuldung als auch was die Struktur der Schulden angeht.“ mr

Link: GDV plädiert für leichteren Marktzugang in Indien , Munich Re zu Mikroversicherung , Emerging Markets , Ergo in Indien , Arbeitspapier der Allianz: Ende der Emerging Markets?

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