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VVaG kommen an neuen Technologien nicht vorbei

19.09.2016 – karlheinz_render_swissreVon Karlheinz Render. Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (VVaG) haben in den vergangenen Jahren an Boden verloren. Allerdings scheint die Talsohle nun durchschritten: In den letzten Jahren sind deren Umsätze stärker gewachsen als die des gesamten Versicherungsmarktes. Dennoch stehen auch die Versicherer auf Gegenseitigkeit für neuen Herausforderungen.

Diese liegen nicht nur neuen regulatorischen Vorgaben. So wird auch die Digitalisierung der Versicherungsbranche den VVaG einerseits viel Mühe abverlangen, aber genauso neue Chancen eröffnen. Die digitale Technologien verändern demnach “nicht nur die Art und Weise wie Versicherungen gestaltet, vertrieben und berechnet werden”, betont Render.

Sie verändert auch die gesamte Wettbewerbslandschaft für alle Versicherer. Die Gegenseitigkeitsakteure müssen demnach ihre versicherungstechnischen und vertrieblichen Prozesse anpassen und weiterentwickeln, um im digitalen Zeitalter bestehen zu können, prognostiziert der Experte.

So haben vor allem kleinere VVaG bislang oftmals noch nicht alle Geschäftstätigkeiten mit Onlinefunktionen verknüpft, was auf ihre stärkere Verbundenheit mit dem traditionellen Vertrieb über Agenten bzw. Makler zurückzuführen sei. Die Nachzügler laufen demnach Gefahr, Marktanteile an Konkurrenten zu verlieren, welche es verstehen, die die neuen Technologien besser nutzen.

Dies gilt besonders aufgrund der zunehmenden Entwicklung von Peer-to-Peer(P2P)-Versicherungsplattformen, über die Versicherungsnehmer – vergleichbar wie affinitätsbasierte VVaG – Risiken unter sich aufteilen können.

Durch den Einsatz von neuen Technologien können Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit auf ihrer jüngsten Wiederbelebung weiter aufbauen und möglicherweise ein neues Zeitalter des Mutualismus einläuten. Die Nutzung von Social Media und Smart Analytics zum besseren Verständnis der Bedürfnisse und Präferenzen von Kunden sollte für VVaG eine natürliche Ergänzung darstellen, zumal ihr primärer Zweck in der Erfüllung der langfristigen Bedürfnisse ihrer teilhabenden Mitglieder oder Eigentümer, statt in der Erfüllung der Bedürfnisse externer Aktionäre, besteht.

Darüber hinaus könnten technologiegestützte Initiativen in Richtung einer vollständig risikobasierten Preisgestaltung dazu führen, dass die konventionelle Versicherung für einige Personen zu teuer wird. Ohne den Druck, Renditen für externe Aktionäre erwirtschaften zu müssen, könnten VVaG eine entscheidende Rolle dabei spielen, dass die Versicherungsprämien bezahlbar und bestimmte Risiken versicherbar bleiben.

Bild: Karlheinz Render  ist Client Executive Germany, Director, bei der Swiss Re. (Quelle: Swiss Re)

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