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Volkswirtschaftliche Bedeutung von Corporate Real Estate in Deutschland

10.02.2015 – hausbau-150Der Zentrale Immobilien Ausschuss hat zusammen mit CoreNet Global Inc. Central Europe Chapter, BASF SE, Eurocres Consulting GmbH und der Siemens AG Siemens Real Estate ein Gutachten zur Volkswirtschaftlichen Bedeutung von Corporate Real Estate in Deutschland herausgegeben. Autor des Gutachtens ist Andreas Pfnür.

Überschlägigen Rechnungen zufolge beträgt der Wert des Corporate Real Estate im Jahr 2013 3.000 Milliarden Euro, von denen circa 500 Milliarden auf die anteiligen Grundstückswerte entfallen (grobe Schätzungen). Die These, Corporate Real Estate sei produktionslastig, erweist sich per se als nicht zutreffend. Vielmehr nehmen Handels- und Lagerimmobilien mit rund 35 Prozent den Löwenanteil des Flächenbestands im Corporate Real Estate ein.

Deutsche Unternehmen halten durchschnittlich 70 Prozent der von ihnen genutzten Immobilien im eigenen Vermögen. Auf der Grundlage der obigen Annahmen zum Gesamtwert des deutschen Corporate Real Estate umfasst das betriebliche Immobilienvermögen in Deutschland somit 2,1 Billionen Euro. Deutsche Unternehmen messen Immobilieneigentum damit eine außergewöhnlich hohe Bedeutung bei. Die durchschnittliche Eigentumsquote deutscher Großunternehmen liegt bei etwa zwei Drittel und im deutschen Mittelstand bei drei Viertel der insgesamt genutzten Immobilien. In den USA und in Asien sind die Eigentumsquoten bei Corporate Real Estate mit 20 Prozent beziehungsweise 30 Prozent deutlich geringer.

Aus Sicht der Theorie der Unternehmensfinanzierung sprechen gewichtige Gründe gegen Immobilieneigentum. Zudem zeigen empirische Studien aus den USA eindrucksvoll, dass der Kapitalmarkt Investitionen in Corporate Real Estate durch börsennotierte Unternehmen nicht honoriert. Vice versa korrelieren Desinvestments von Unternehmensimmobilien positiv mit Aktienkurssteigerungen. Problematisch erscheint zudem, dass nur in etwa der Hälfte der deutschen Unternehmen in Immobilien gebundenes Kapital mit einer Renditeanforderung unterlegt und einem entsprechenden finanzwirtschaftlichen Controlling unterzogen wird.

Es ist nur schwer nachvollziehbar, warum Corporate Real Estate in den Unternehmen selbst, an den Kapitalmärkten sowie in der Politik und den Verwaltungen bislang ein derartiges Schattendasein geführt hat. Vermutlich liegt es an den komplexen systemischen Wirkungsbeziehungen und den gleichzeitig vielschichtigen Stakeholder Interessen, die dieser Bericht zu entflechten und transparent zu machen versucht, die den Akteuren das Gefühl geben, nichts ändern zu können. Zudem gehören betrieblich genutzte Immobilien immer zum Wirtschaftsleben dazu, ohne dabei zumeist in einer als wesentlich wahrgenommenen Funktion zu sein, von Ausnahmen wie Hotels oder Einzelhandelsflächen einmal abgesehen. Der vorliegende Bericht macht deutlich, dass fehlende Informationen, Trägheit und geringe Priorität im Umgang mit Corporate Real Estate sowohl einzelwirtschaftlich als auch gesamtwirtschaftlich große Ineffizienzen nach sich ziehen. Folglich sind die Erfolgspotenziale eines bewussteren Einsatzes von Corporate Real Estate für die Unternehmen erheblich. Mit der Veränderung der Arbeitswelten im Zuge der Weiterentwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien wird ein zunehmender internationaler Standortwettbewerb einhergehen. (siehe MÄRKTE).

Bild: Immobilien stabilisieren den Wirtschaftsstandort Deutschland. (Quelle: ak)

Link: Volkswirtschaftliche Bedeutung von Corporate Real Estate in Deutschland – Zugang zur 80-seitigen Gesamtstudie (kostenfrei)

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